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Bericht : Arminia Bielefeld vs MSV (2:1)

Bericht: Arminia Bielefeld vs. MSV (2:1)

Neues Jahr, altes Leid: Die Zebras verlieren munter weiter

Obwohl die Tabellensituation mehr als Düster aussah, freute man sich ob der viel zu langen Winterpause endlich wieder auf König Fußball. Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, reiste unsere Gruppe mit 2 gut gefüllten Bussen und einer „jetzt-erst-recht-Stimmung“ an die Bielefelder Alm, um endlich den ersten Auswärtsdreier der Saison zu bejubeln. Leider mussten wir das bereits 3. Montagsspiel über uns ergehen lassen. Die Ansetzung an einem Rosenmontag ließ zudem einen zu hohen Alkoholpegel bei einigen blau-weißen Schlachtenbummlern befürchten, doch diesmal waren alle Befürchtungen umsonst. Trotzdem: Still hate Mondays!!

Wie auch schon im vergangenen Jahr, verabschiedeten wir auf dem Weg in den Gästeblock unsere Sektion Stadionverbot, die zum Glück in unmittelbarer Nähe zum Stadion eine nette Bleibe fand. Die restliche Truppe positionierte sich im Block wie auch schon in den Vorjahren zwischen dem unteren und mittleren Bereich des Gästeblocks. Da wir einige Spruchbänder mit im Gepäck hatten, noch schnell eine Erläuterung: „Ey DFB! FFM die Choreos verbieten? Ihr hättet auch Picasso den Pinsel geklaut“ war eine Anspielung auf die ungeheuerliche Frechheit des angesprochenen Organs, eine ganze Kurve mit einem Choreoverbot zu bestrafen. Dies stellt in unseren Augen eine neue Qualität der Repression dar. Wo wir schon beim Thema „Repressionen“ sind, so zeigten wir noch ein aufmunterndes SB in Richtung unserer Mitglieder und derer der BBDU, welche beide im Vorfeld der Partie mit Stadtverboten zu kämpfen hatten. Zum Schluss kommen wir noch zu einem traurigen Anlass, da ein szenebekannter MSV-Fan einige Tage vor dem Spiel Opfer einer feigen Attacke wurde und sich seitdem in einem kritischen Zustand befindet. Kämpfen Rigo! Werd schnell wieder gesund!

Die etwas weniger als 2.000 mitgereisten Ruhrpottkanacken unter den 15.083 Zuschauern sahen einen MSV, der mit Neuzugang Tomané in der Startelf einen richtig guten Start erwischte. Bereits in der 11. Minute klingelte es im Kasten der Bielefelder, als Janjic per Kopf auf Bröker verlängerte und dieser die Kugel zur Führung einschob. Ein wahrlich seltener Glücksmoment, da Auswärtstore in dieser Saison sehr rar gesät waren. Da die direkt über uns liegenden Mannschaften über das Wochenende hinweg allesamt verloren, hätte man mit einem Sieg unfassbar wichtigen Boden gut machen können. HÄTTE… Denn innerhalb von 4 Minuten ließ man sich 2 völlig indiskutable Tore von den Gastgebern einschenken und befand sich in der 26. Minute schon wieder auf der Verliererstraße.
In der 2. Hälfte rannte Meiderich zwar an und die Körpersprache war auch okay, doch wenn man so mit dem Rücken zur Wand steht reicht eben ein „okay“ nicht aus. Da muss der Rasen brennen, da muss der unbedingte Wille zum Sieg zu spüren sein. Bis auf 2-3 gute Möglichkeiten konnte nicht der entscheidende Druck entfacht werden, um sich da unten befreien zu können. Am Ende musste der Heimweg mal wieder mit viel Frust angetreten werden. So funktioniert das nicht, liebe Mannschaft und lieber Trainer!

Die Stimmung in unseren Reihen war bis zum Führungstreffer der Bielefelder auf einem guten Niveau, ehe der erneute Rückstand die meisten Zebras auf den Rängen lähmte. In der 2. Hälfte konnte mit einem aus der Mottenkiste ausgepacktem Lied wieder Schwung in die Bude gebracht werden, doch wirklich laut wurde es angesichts der trostlosen tabellarischen Situation nicht mehr. Der Heimanhang konnte nicht so sehr überzeugen wie noch in der vergangenen Begegnung auf der Alm. Auffällig noch die erneute Umbenennung der „Block 1 Ultras“ in „Lokal Crew“. Ein solch rasanter Namenswechsel innerhalb kurzer Zeit sucht bundesweit sicherlich Seinesgleichen.