Bericht : MSV Duisburg vs Fortuna Düsseldorf (2:1)

Nigeria-Connection hält Duisburg im Nichtabstiegs-Rennen

Es kribbelt wieder so richtig in der Magengegend eines MSVers! Sah man noch vor wenigen Wochen wie der sichere Absteiger Nr.1 aus, schafft es der MSV dank einer nicht mehr für möglich gehaltenen Aufholgjagd, wieder absolut berechtigte Hoffnungen im Kampf um den Klassenerhalt hervorzurufen. 3/4 der Saison hat es gedauert, bis die langersehnte Serie von mehreren Siegen am Stück eingetroffen ist. Blenden wir den erwarteten Punktverlust gegen die Freiburger Übermannschaft aus, so stehen 3 Siege aus 4 Spielen auf dem Papier, während die Konkurrenz nicht unbedingt in der Lage war, in dieser Kontinuität ihre Punkte einzufahren. Der 32. Spieltag hatte mit der Begegnung gegen die ebenfalls abstiegsbedrohte Fortuna einen richtigen Knaller im Programm. Die Hütte meldete bereits einige Tage vor Anpfiff „ausverkauft“. Im Zebra-Lager ist der Glaube an das Unmögliche wieder greifbar.

Wir trafen uns bereits aufgrund des erwartet hohen Zuschauerandrangs früher als üblich am Container. Obwohl es sich um ein Freitagsspiel handelte und der Großteil abgehetzt von der Arbeit am Stadion eintrudelte, richtete sich der Fokus blitzschnell auf die kommenden 90 Minuten und das Drumherum. Zum Anpfiff zeigte die Kohorte eine Choreo im Stile einer bekannten Comic-Figur, welche die gesamte Nordkurve mit einbezog. Auf dem Rasen entwickelte sich unter strömenden Regen die erwartet kampfbetonte Partie. Obwohl es für beide Mannschaften um brutal viel ging, zeigten vor allem die blau-weißen Kicker, dass sie mit dem Druck gut umgehen konnten und erspielten sich 2-3 richtig gute Möglichkeiten. Vor allem Wolze hätte in Minute 20 das Ding im Kasten versenken müssen. Mit dem 0:0 ging es zunächst in die Kabine.
Die zweite Halbzeit hätte nicht viel besser starten können: Schon in Minute 46 verwertet Onuegbu eine schöne Flanke von Feltscher in die Maschen! 1:0, jetzt fängt das Wedaustadion an zu beben. Die Gäste zeigen sich nicht geschockt, haben nur wenige Minuten später die Chance zum Ausgleich. Doch wenn du einen Lauf hast, überstehst du solche Situationen. Und legst dann noch einen drauf: Hoffnungsträger Obinna trifft in der 59. Minute zum 2:0!! Es wird dramatisch, als die Gäste aus ziemlich heiterem Himmel nur 8 Minuten später auf 2:1 verkürzen. Die Zebras setzen nun auf kompromisslose Abwehrarbeit und ein paar Konter. Selbst die Nachspielzeit von 5 Minuten wird irgendwie über die Zeit gerettet und am Ende heißt der Sieger des Spiels: MSV Duisburg!

Kommen wir nun zu den Geschehnissen auf den Rängen. Bereits vor Anpfiff sickerte bei uns durch, dass ein Teil des Gästeanhangs Probleme vor dem Eingang hatte, darunter die Ultràszene der Düsseldorfer. Dies wurde bestätigt, als jene Gruppe erst zur 20. Minute den Gästeblock betrat. Diese durfte sich diesmal nicht wie in den 2 Vorbegegnungen im Oberrang der Süd austoben. Bedingt durch diese Umstände und das eher schwache Spiel der eigenen Truppe konnte man die über 5.000 Gäste nicht so oft und laut vernehmen wie in der Vergangenheit. Dafür brannte der Gästeblock nach dem 1:0 Führungstreffer unsererseits lichterloh. Respekt für diese Showeinlage. Keinen Respekt gibt es aber für das Nicht-Antreffen jeglicher roter Gestalten am Abend nach dem Spiel in deren eigenen Stadt.
Unsere Nordkurve kam gut in die Begegnung, ließ dann aber viel zu sehr nach. Beiden Kurven war auch die Wichtigkeit des Spiels anzumerken. Ab dem 1:0 konnte jedoch mit kurzem Verdauen des Anschlusstreffers oft das ganze Stadion mitgenommen werden. Darunter litt natürlich die Liedgutauswahl, aber in dieser Phase der Saison kommt es eben primär auf Lautstärke an und die passte in Halbzeit 2. Genauso darf es gerne weitergehen!

Bericht : SC Freiburg vs MSV Duisburg (3:0)

Rückschlag im Breisgau

Nachdem aus den letzten beiden Spielen sechs Punkte geholt werden konnten, fuhr ein für Freitagabend gut gefüllter Bus in Richtung Freiburg. Das Herz der Zebras hat wieder angefangen zu schlagen und wir hofften auf die endgültige Wiederbelebung durch den dritten Sieg in Folge. Da uns die DFL mal wieder ein Freitagsspiel ansetzte, kamen wir erst kurz vor Spielbeginn am Stadion an. Zwar wählten wir eine frühe Abfahrtszeit, doch war in Freiburg Messe. So stand man eine Stunde in der Stadt im Stau. Die Kontrollen dort waren sehr penibel, sodass jede Zaunfahne mehrfach betrachtet worden ist.

Jedes der ca. 400 Zebras hoffte auf eine Sensation beim Tabellenführer. Von Anfang an machten die Freiburger Druck, doch die Duisburger schafften es die Heimmannschaft vom Strafraum fernzuhalten, jedoch eigene Chancen entwickelten sich dabei nicht. Durch eine Standardsituation konnte der SC Freiburg in der 23. Minute in Führung gehen. Vincenzo Grifo, der seine Qualitäten in dieser Saison schon öfters unter Beweis gestellt hat, trifft uns mit seinem Freistoß aus 28 Metern mitten ins Herz. Eine weitere Standardsituation sollte den Weg, wenigstens ein Punkt mitzunehmen, an diesem Tag sehr lang machen. Grifo mit einem Freistoß in den Strafraum, wo Maximilian Philipp mit einem Kopfballtor in das Netz trifft. Mit dem 2:0 ging es dann auch in die Pause. In den ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff machten die Zebras dann auch den besseren Eindruck auf dem Platz. Spätestens als Enis Hajri mit Rot vom Platz muss und das 3:0 für Freiburg nach einem Elfmeter fällt ist das Spiel entschieden. Mit dem Sieg steht der SC Freiburg kurz vor der Rückkehr in die erste Liga.

Für Freitagabend konnte man mit dem Gästeblock durchaus zufrieden sein. Der Ultra-Mob legte von der ersten Minute an gut los. Oft zog der Rest des Blockes mit und die Lieder wurden mit einer guten Lautstärke gesungen. Auch optisch konnte der Auftritt gefallen. Mit Spielverlauf flachte dann aber auch die Stimmung im Gästeblock ab. In der zweiten Halbzeit versuchte man nochmal alles um den Funken von der Kurve auf den Rasen zu bringen. Da eines unserer Mitglieder mal wieder mit einem Betretungsverbot auferlegt worden war, stellten wir via Banner klar was wir davon halten. Zum Ende hin wurde sich dann auf das Spiel gegen die gehasste Fortuna eingestimmt. Der Heimanhang konnte nur sehr selten das ganze Stadion mitziehen. Als dann die Laola Welle im Stadion herumging, war mir klar, dass der SC Freiburg nicht in die erste Liga gehört.

Auf der Rückfahrt wurden dann noch einige alkoholische Getränke zu sich genommen. Die Freude auf das Spiel gegen Düsseldorf weicht langsam der Nervosität. Ein weiteres Endspiel muss unsere Mannschaft gewinnen, sonst wird das nächstes Jahr nichts mit Liga 2. Also Zebras ALLE für den Klassenerhalt!

Bericht : MSV vs 1860 München (2:1)

Der MSV setzt zur Aufholjagd an!

Was zur Zeit in Duisburg passiert, ist nicht so leicht in Worte zu fassen. Noch vor 2 Wochen wurde der Gesang „Oh wie ist das schön“ angestimmt, um die eigene Mannschaft zu verspotten. Nach dem wahnsinnigen Krimi gegen die 60er wurde der Gesang angestimmt, um die Freude von 2 nacheinander gewonnenen Spielen auszudrücken. Auf einmal ist die Hoffnung wieder da, was sich auch an den Zuschauerzahlen ausdrückt: Über 22.000 Zuschauer kamen an einem erneuten Freitagabendspiel zusammen. Da die Konkurrenz nicht sonderlich fleißig gepunktet hatte, ist man mit 2 Siegen am Stück schon wieder ganz dick im Geschäft im Kampf um den Relegationsrang!

Zum Einlaufen der Teams hingen wir als weitere Motivation das Choreo-Banner des Paderborn-Spiels auf. Das Spiel auf dem Rasen gestaltete sich wie im Vorfeld vermutet: Beide Teams hatten Angst, den ersten Fehler zu begehen, der vermutlich sofort zum Gegentor führen könnte. Dementsprechend ereigneten sich kaum Tormöglichkeiten. Eine relativ ereignislose erste Hälfte ging torlos zu Ende. Doch die zweite Hälfte sollte es richtig in sich
haben.
Der MSV kam etwas besser aus der Kabine und schaltete einen Gang höher. In der 64. Minute dann der Schock: Wieder mal bereitete uns ein Sonntagsschuss aus 30 Metern den Rückstand. Unfassbar. Viele hatten sich schon mit dem Gedanken abgefunden, dass der MSV die Chance, wieder ein ernsthaftes Wort um den Klassenerhalt mitreden zu dürfen, hier und heute endgültig verspielt. Doch an der Wedau passieren derzeit die unglaublichsten Dinge…
Der frisch eingewechselte Bröker köpft eine Flanke gegen den Innenpfosten. Die Wenigsten hätten hier ein Tor vermutet, doch der Schiri gab den Treffer! Ausgleich!! Nun rennen die Zebras wie wild aufs gegnerische Tor. Knapp 22.000 Menschen stehen. In der 80 Minute wird auch noch ein Münchener vom Platz gestellt. Und dann folgt die 86. Minute und der nächste Sahne-Moment von Obinna: Er tankt sich bis in den Strafraum durch, verliert den Ball zunächst, wird dann aber erneut bedient und versenkt die Kugel diesmal mit purer Willenskraft vor den Augen der ausverkauften Nordkurve in die Maschen! JAAAA!!! Spiel gedreht!!! Alles liegt sich in den Armen, absolutes Gefühlschaos. Fußball in seiner brutalen Schönheit. Was Liverpool kann, können wir schon lange. Die letzten Minuten wurden zitternd, pfeifend, pöbelnd und irgendwie überstanden. Dann der Schlusspfiff und es war vollbracht! Zebras ringen Löwen nach einem würdigen fight nieder.

Zur Stimmung: Die Nordkurve blieb bis zum Ausgleich zu oft hinter ihren Möglichkeiten. Was wirklich in uns steckt, zeigte sich nach dem Ausgleich, als mehrmals der Großteil des Stadions mitgenommen werden konnte. Der für einen Freitagabend sehr gut gefüllte Gästeblock, in dem sich um die 700 Löwen versammelten, machte optisch einen guten Eindruck. Von der Lautstärke her hatten Giasinga Buam, Cosa Nostra und Gefolge bereits bessere Auftritte, jedoch waren die Rahmenbedingungen auch alles andere als ideal.

Die unsägliche Freitags-Serie geht nun in Freiburg in die nächste Runde. Wieder eine Hammer-Aufgabe wie schon in Nürnberg. Das Motto kann nur weiterhin lauten:
Kämpfen bis zum Ende!


Bericht : FC Nürnberg vs MSV (1:2)

Zebras landen Überraschungssieg

Nach der niederschmetternden Heimniederlage in der vergangenen Woche gegen Heidenheim bereitete man sich in Duisburg langsam aber sicher seelisch auf die schnelle Wiederrückkehr in Liga 3 vor. Wir schlossen im Vorfeld als Gruppe den Konsens, der Mannschaft in den verbleibenden Spielen solange den Rücken zu stärken, wie sie es sich durch Leistung und Einsatz auf dem Rasen würdig erarbeitet. Den Kredit, den wir Fans der Truppe in dieser Saison gegeben haben, ist mit (fast) nichts mehr zurückzuzahlen. Außer mit einer völlig wahnsinnigen, irren und beinahe unrealistischen Aufholjagd auf Platz 16. Noch vor dem so gut wie aussichtslosen Auswärtsspiel beim FCN verschwendeten wohl die aller Wenigsten auch nur einen Gedanken an eine doch noch mögliche Rettung.

Wie gut, dass wir in Duisburg sind. Der Stadt, in der alles möglich zu sein scheint. Es ist 15:25 Uhr an einem schönen Sonntagnachmittag in Franken. Es spielt der Aufstiegsaspirant Nürnberg gegen den so gut wie abgestiegenen MSV aus Duisburg. Die viel zu lange Nachspielzeit von 4 Minuten wird durch den Pfiff des Schiris beendet. Das Spiel ist aus. Der MSV, abgeschlagener Tabellenletzter, gewinnt IN Nürnberg mit 2:1 und verpasst den Gastgebern nicht nur einen Dämpfer im Kampf um den Aufstieg, sondern auch die erste Heimniederlage nach einem knappen Jahr! Wolze und Bohl treffen in einem hitzigen Spiel für Duisburg. Durch die Patzer der Konkurrenz ist das rettende Ufer auf einmal doch nicht mehr so weit. Es darf nicht wahr sein, aber der Taschenrechner kann wieder aus der Schublade gepackt werden. Der Spielplan macht es möglich: Mit 1860 und Düsseldorf kommen noch 2 direkte Konkurrenten an die Wedau. Ein Schelm, wer dabei den Rechner in der Schublade lässt…

Die Kulisse im mit über 40.000 Zuschauern gefüllten Max-Morlock-Stadion hatte nicht mehr viel mit Liga 2 zu tun. Die Gastgeber stecken in einer Welle der Euphorie und so war das Stadion bestens besucht. Im Gästeblock befanden sich um die 450 Blau-Weiße. Die anhaltend schlimme sportliche Lage lässt eben doch viele vorm TV hocken. Der Einsatz von Tifo-Materialien stimmte im Gästeblock absolut zufrieden, von der Lautstärke her kannst du in Nürnberg nur mit einer gewissen (hohen) Anzahl an Schreihälsen was reißen. Wir zeigten zudem noch ein SB gegen den Freistaat und seine beschissene Handhabe mit Betretungsverboten. Frei statt Bayern!
Die Heimkurve überzeugte wie erwartet in puncto Mitmachquote und Fahneneinsatz, vom Support her kam bei uns aufgrund der doch schwierigen Akustik des Stadions nur selten was wirklich lautes an. Zu Beginn zeigte UN eine schön anzuschauende Choreografie bestehend aus Blockfahne, Schals und Pappsternchen. Sterne funkeln sah man nach dem Abpfiff allerdings nur in den Augen der tapferen Duisburger!

Uns ist nun klar, dass am Freitagabend trotz groß angekündigter Zuschaueroffensive des Vereins nicht viel mehr als die üblichen Verdächtigen an die Wedau pilgern werden, um die Zebras gegen die Löwen fighten zu sehen. Doch genau DIE Leute ächzen gerade zu nach positiven Lichtblicken und Erfolgserlebnissen. Genau DIE Leute werden bereit sein, mit der Mannschaft durchs Feuer zu laufen, um das Unmögliche vielleicht doch noch irgendwie möglich zu machen…!