Bericht: MSV – Eintracht Braunschweig (0:5)

Debakel an der Wedau

Die meisten der 12.509 Zuschauer an diesem Mittwochnachmittag verließen, wenn sie denn bis zum Abpfiff geblieben sind, fassungslos den Tatort Wedaustadion. Sie wurden Zeuge einer extrem bitteren Niederlage unserer Zebras. Das 0:5 im Pokal gegen Schlakke konnte man aus diversen Gründen gerade noch so verdauen, aber die Pleite gegen Ligakonkurrent Braunschweig dürfte noch länger schwer im Magen liegen. Schlicht und ergreifend fehlt es der Truppe an Qualität. Sobald sie nicht ans Limit geht, geht sie gnadenlos baden. Siehe Endergebnis oben. Das merken auch die Zuschauer im Stadion. Vergleichsweise leise bleiben auch weiterhin die Pfiffe gegen die eigene Mannschaft. Noch vor 3 Jahren hätte bei solch einem Saisonverlauf wenigstens der Baum in Duisburg gebrannt. Dieses Jahr ist es (noch) anders. Man erkennt die Unterlegenheit an, ja die Mannschaft auf dem Rasen kann einem unter diesen Umständen mit Sperrungen und Verletzten fast schon leidtun. Eine Höchststrafe für jeden Profisportler…

Die gut 700 mitgereisten Braunschweiger im Gästeblock hatten ab der 15. Minute allen Grund zur Freude, denn nachdem sie eine kurze Drangphase unsererseits bis zum Platzverweis von Feltscher in der 40. Minute überstanden hatten, stand der Sieg ihrer Mannschaft im Prinzip schon fest. Das Fahnenbild im Stehbereich der Gäste sah über 90 Minuten sehr ansprechend aus und trotz der deutlichen numerischen Unterlegenheit vernahm man die Niedersachen auch ab und zu bei uns in der Nordkurve.
Diese wiederum konnte natürlich nur wenig auf sich aufmerksam machen. Zum Intro wurde im Stimmungsblock per Banner zum Kämpfen und Siegen aufgerufen und die unfassbar grausame Anstoßzeit thematisiert. Danach zog der Stimmungsblock tapfer bis zum Abpfiff durch, was in der momentanen Situation gar nicht mal so selbstverständlich erscheint. Der Grat zwischen bedingungslosem, ehrlichem Durchziehen und auf Protest oder Schweigen umschalten ist bei solchen Ergebnissen sicherlich noch schmaler als sonst, angesichts der noch frühen Phase der Saison hätte man sich bei Einstellen des Supports jedoch nicht unbedingt glaubwürdig gemacht.

 

Bericht: MSV – FSV Frankfurt (0:1)

Zebras weiter ohne Fortune

Nach der unglücklichen Pleite im vergangenen Montagsspiel erhoffte sich ein jeder Duisburger, im Heimspiel gegen die Bornheimer aus Frankfurt endlich den ersten Dreier der Saison einzufahren. Irgendwann muss dieser Knoten doch mal Platzen…
… dachte man sich auch nach dem Spiel.

Der Spieltag stand u.a. auch im Zeichen der Flüchtlingsaktion des MSV. Hierzu wurden Flüchtlinge aus Einrichtungen unserer Umgebung eingeladen, damit diese das Spiel vom Unterrang der Süd aus verfolgen und ein wenig von ihrem tristen Alltag abschalten können. Zu aller Überraschung gab der MSV zudem im Vorfeld der Partie bekannt, sich nicht an der Kampagne der überregionalen Zeitung des Axel-Springer-Verlags zu beteiligen. Insgesamt wohnten über 15.000 Zuschauer dem Kick an der Wedau bei, darunter 177 handgezählte Anhänger des FSV Frankfurt.
Das Spiel begann von beiden Seiten couragiert, doch vor allem unsere Zebras knüpften an den guten Auftritt von St. Pauli an und drängten mit viel Zug in Richtung gegnerisches Gehäuse. Diverse Möglichkeiten blieben ungenutzt, sodass die Gäste allmählich besser ins Spiel fanden. Man kann es nicht oft genug schreiben, lesen oder hören, aber „mal wieder“ fiel ein Gegentor in der Art und Weise wie die Vorausgegangenen in dieser Saison: Gleich mehrere Duisburger sind bei einem hohen Ball völlig unsortiert und kassieren in einer eigentlich guten Phase wenige Minuten vor Halbzeitpfiff den Rückstand. Von diesem Rückschlag konnte sich die verletzungsbedingt dezimierte Truppe nie wirklich erholen. Der Platzverweis nach einem Frustfaul von Albutat sprach da Bände. Das Team ackert, aber besitzt momentan noch nicht die Qualität, dies in Tore und Erfolge umzumünzen.
Demnach konnten die Frankfurter 3 Punkte zurück nach Hessen nehmen.

Während die Nordkurve im ersten Abschnitt der ersten Hälfte ein gutes akustisches Level halten konnte, verflachte die Stimmung immer mehr und landete spätestens nach dem 0:1 auf dem Tiefpunkt. Zwischendurch wurde es in der 2. Hälfte mit dem aus der Aufstiegssaison bekannten Lied etwas lauter, dies blieb aber nur die Ausnahme in einer ziemlich tristen 2. Halbzeit, wobei auch wir uns als Gruppe an die eigene Nase fassen müssen und genau in solchen Situationen eben nicht in Lethargie verfallen dürfen.
Schon am Mittwoch folgt das Spiel gegen das Topteam aus Braunschweig. Da wird es sicherlich nicht einfacher, sich die ersten 3 Punkte an die Wedau zu holen…

 

Bericht: St. Pauli – MSV (2:0)

Weiterhin kein Sieg am Millerntor

Nach mehreren Jahren Abstinenz war es wieder so weit: Der MSV trat unter Flutlicht an diesem unsäglichen Montagabend-Termin gegen einen Kontrahenten der 2. Liga an. Die Reise führte uns ans Millerntor, welches mit über 29.000 Zuschauern ausverkauft meldete. Eine besondere Vorfreude war trotz des beschissenen Termins jedem von unserer Truppe anzumerken. Mit 3 9ern und ´nem PKW machte man sich ziemlich dezimiert, aber nichtsdestotrotz sehr motiviert auf den Weg gen Norden. Überraschenderweise raste man in nicht einen einzigen Stau, sodass wir den Gästebereich des Millerntor-Stadions ohne Probleme und sehr frühzeitig erreichten.

Dort angekommen, wurde der umgebaute Gästeblock schnell sehr üppig beflaggt. Rund 1.300 Zebras, darunter viele der üblichen „St-Pauli-Touristen“, bevölkerten den Gästebereich. Man könnte dieses Spiel vermutlich auch an einem Mittwochmorgen anpfeifen, es würden trotzdem 1.000 Duisburger anwesend sein…
Nun ja. Auf dem Rasen entwickelte sich die erwartet rassige Partie. Nicht zu erwarten war, wie gut unsere Zebras dagegenhielten und auch darum bemüht waren, Druck nach vorn zu machen. Wiegel hätte uns in der 32. Minute fast in Führung geschossen, doch der Ball prallte am Pfosten ab. Die Gastgeber konnten sich zwar ebenfalls einige Möglichkeiten herausspielen, doch die Abschlüsse waren stets zu unpräzise.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Meiderich gefährlich: Wiegel und Scheidhauer bekamen ihre Möglichkeiten, nutzten diese jedoch nicht. Dann folgte eine für diese Saison typische Wendung, als der Schiri nach einem normalen Zweikampf am 16er Elfmeter für Pauli pfiff. Unglaublich. Dieser wurde verwandelt und die Zebras hatten fortan nicht mehr die Qualität, sich noch zurück ins Spiel zu kämpfen. Es musste nicht nur das 0:2 in der 87. Minute hingenommen werden, sondern noch dazu die schwere Verletzung von Wiegel, der am Millerntor bei seinem ersten Einsatz für den MSV gleich eine gute Vorstellung ablieferte. Er wird uns jetzt ein knappes Jahr fehlen. Läuft bei dir, MSV! Nicht.

Die zahlreich angereisten Ruhrpottkanacken gaben optisch durch eine kleine Choreo, massig Zaunfahnen und einiges an Schwenkmaterialien ein gutes Bild in ihrem Sektor ab, akustisch war das insgesamt den Umständen entsprechend kein besonderer Auftritt. Da wäre aufgrund von Flutlichtspiel, dem ordentlichen Spielverlauf (zumindest bis zum Elfer…) und der anwesenden Masse etwas mehr Laustärke wünschenswert gewesen. Auch die Heimkurve hat man in der Vergangenheit schon mal stärker erlebt, hinter dem USP-Banner kamen wenige Fahnen zum Einsatz und wirklich laut wurde es nur bei Wechselgesängen mit der Gegengeraden.

MONTAGSSPIEL ABSCHAFFEN!