Bericht: St. Pauli – MSV (2:0)

Weiterhin kein Sieg am Millerntor

Nach mehreren Jahren Abstinenz war es wieder so weit: Der MSV trat unter Flutlicht an diesem unsäglichen Montagabend-Termin gegen einen Kontrahenten der 2. Liga an. Die Reise führte uns ans Millerntor, welches mit über 29.000 Zuschauern ausverkauft meldete. Eine besondere Vorfreude war trotz des beschissenen Termins jedem von unserer Truppe anzumerken. Mit 3 9ern und ´nem PKW machte man sich ziemlich dezimiert, aber nichtsdestotrotz sehr motiviert auf den Weg gen Norden. Überraschenderweise raste man in nicht einen einzigen Stau, sodass wir den Gästebereich des Millerntor-Stadions ohne Probleme und sehr frühzeitig erreichten.

Dort angekommen, wurde der umgebaute Gästeblock schnell sehr üppig beflaggt. Rund 1.300 Zebras, darunter viele der üblichen „St-Pauli-Touristen“, bevölkerten den Gästebereich. Man könnte dieses Spiel vermutlich auch an einem Mittwochmorgen anpfeifen, es würden trotzdem 1.000 Duisburger anwesend sein…
Nun ja. Auf dem Rasen entwickelte sich die erwartet rassige Partie. Nicht zu erwarten war, wie gut unsere Zebras dagegenhielten und auch darum bemüht waren, Druck nach vorn zu machen. Wiegel hätte uns in der 32. Minute fast in Führung geschossen, doch der Ball prallte am Pfosten ab. Die Gastgeber konnten sich zwar ebenfalls einige Möglichkeiten herausspielen, doch die Abschlüsse waren stets zu unpräzise.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Meiderich gefährlich: Wiegel und Scheidhauer bekamen ihre Möglichkeiten, nutzten diese jedoch nicht. Dann folgte eine für diese Saison typische Wendung, als der Schiri nach einem normalen Zweikampf am 16er Elfmeter für Pauli pfiff. Unglaublich. Dieser wurde verwandelt und die Zebras hatten fortan nicht mehr die Qualität, sich noch zurück ins Spiel zu kämpfen. Es musste nicht nur das 0:2 in der 87. Minute hingenommen werden, sondern noch dazu die schwere Verletzung von Wiegel, der am Millerntor bei seinem ersten Einsatz für den MSV gleich eine gute Vorstellung ablieferte. Er wird uns jetzt ein knappes Jahr fehlen. Läuft bei dir, MSV! Nicht.

Die zahlreich angereisten Ruhrpottkanacken gaben optisch durch eine kleine Choreo, massig Zaunfahnen und einiges an Schwenkmaterialien ein gutes Bild in ihrem Sektor ab, akustisch war das insgesamt den Umständen entsprechend kein besonderer Auftritt. Da wäre aufgrund von Flutlichtspiel, dem ordentlichen Spielverlauf (zumindest bis zum Elfer…) und der anwesenden Masse etwas mehr Laustärke wünschenswert gewesen. Auch die Heimkurve hat man in der Vergangenheit schon mal stärker erlebt, hinter dem USP-Banner kamen wenige Fahnen zum Einsatz und wirklich laut wurde es nur bei Wechselgesängen mit der Gegengeraden.

MONTAGSSPIEL ABSCHAFFEN!

 

Bericht: MSV – Fürth (2:2)

Remis gegen Fürth wie gefühlte Niederlage

Endlich kehrt wieder Normalität an der Wedau ein. Ohne Eventies strömte der harte Kern von 12.695 ins Stadion, um den MSV im Duell gegen das Kleeblatt aus Fürth erstmals in dieser Saison siegen zu sehen. Die angespannte Personalsituation entspannte sich vor dem Anpfiff, sodass man voller Hoffnung in die Partie gehen konnte.
Das Spiel wurde seitens der Nordkurve mit einer Choreo im Unterrang eingeläutet:
„Die 3 Punkte an der Wedau halten“. Das Spiel begann recht verhalten und zerfahren, doch mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich ein gutes Spiel mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. Erst trifft Dausch in der 30. Minute die Latte, ehe direkt im Anschluss auch ein Fürther (zum Glück) nur das Aluminium traf. In der 35. Minute spürten alle MSV-Fans erstmals ein tiefes Gefühl der Erleichterung: Scheidhauer flankt von rechts in den Strafraum, wo es Feltscher im zweiten Versuch schafft, den Ball über die Linie zu drücken. Traurig, aber wahr: Zum ersten Mal in dieser Saison konnte Meiderich in Führung gehen. Die Führung konnte auch mit in die Halbzeitpause genommen werden, hatte jedoch in Halbzeit 2 nicht lange Bestand, da die Fürther nach einem lächerlichen Strafstoß in Minute 50 ausgleichen konnten. Doch der MSV wirkte weiterhin fest entschlossen, endlich den ersten Dreier einzufahren. Und es sah so gut aus: In der 73. köpfte Bohl nach Hereingabe vom Spieler des Tages „Fletscher“ die Kugel zur erneuten Führung ein. Alles sah nach einem verdienten Sieg aus. Bis in der 93. (!) Minute ein Spieler der Gäste aus elf Metern frei zum Schuss kommt und diesen zum 2:2 Endstand versenkt. Die anschließende Fassungslosigkeit auf den Rängen ist kaum mit Worten zu beschreiben. Dass mit Gjasula und Sukalo zwei ex-Zebras die Hauptakteure bei beiden Treffern der Gäste waren, fällt unter die Kategorie: „War doch klar…“ und „ausgerechnet…“.

Neben der deutlichen Leistungssteigerung auf dem Platz konnte auch die Stimmung über fast die gesamte Dauer des Spiels überzeugen. Große akustische Hänger konnten nicht ausgemacht werden und der Oberrang wachte in regelmäßigen Abständen auf, um eine gute Atmosphäre zu erzeugen. Nach dem 2:1 stand zwischendurch das ganze Stadion, da der erste Sieg zum Greifen nah war. Man spürt förmlich, dass sich jede Menge Emotionen bei den MSV-Fans anstauen und nur darauf warten, sich mit dem ersten Sieg in geballter Form zu entladen.

 

Bericht: Karlsruher SC – MSV (2:0)

Zebras erneut ohne Biss

Es bleibt alles wie gehabt: Unser MSV kassiert von der Entstehung und vom Zeitpunkt her ein blödes Gegentor nach dem anderen und schafft es weiterhin nicht, den Gegner offensiv zumindest etwas unter Druck zu setzen. Beim KSC konnte man in der ersten Hälfte in Sachen Zweikämpfe und Disziplin wenigstens ein paar Lichtblicke erkennen, doch typischerweise kassierten wir kurz vor Halbzeitpfiff das Tor zum 1:0, womit das Spiel schon wieder vorentschieden war.

An die 500 Zebras reisten bei bestem Wetter in den Wildpark, in welchem sich insgesamt 15.135 Zuschauer versammelten. Die Stimmung im Gästeblock passte sich ziemlich dem Spielgeschehen an. Es sang durchweg nur der Ultràkern, die restlichen Zebras stiegen kaum in die Gesänge ein. So konnte man auch wenig auf sich aufmerksam machen. Die Heimkurve konnte zwischendurch sehr laut vernommen werden, wobei eine Bewertung aufgrund der Tatsache, dass sich Heim- und Gästeblock fast auf einer Höhe befinden, in Karlsruhe immer schwieriger ist als andernorts.
Zum Spielgeschehen müssen nicht wirklich viele Worte verloren werden, da wir mal wieder kaum nennenswerte Tormöglichkeiten kreierten und die Messe nach dem 2:0 in Minute 56 gelesen war. Obwohl die Gastgeber keine überragende Leistung zeigten, reichte diese am Ende aus, um Meiderich souverän ohne Punkte nach Hause fahren zu lassen. Was würden wir nicht alles dafür geben, endlich eine frisch aufspielende Mannschaft aus Duisburg zu sehen, die den Gegner zumindest phasenweise vor große Probleme stellen kann. Den nächsten Versuch gibt es bereits am Samstag gegen das Kleeblatt aus Fürth…