Bericht: MSV – Bielefeld (2:2)

Auf Fassungslosigkeit folgte ein Hoffnungsschimmer

An einem völlig verregneten Sonntagmittag, der mit Sommer herzlich wenig zu tun hatte, gastierte die Bielefelder Arminia zum Duell der Aufsteiger an der Wedau.
Nach dem völlig verkorksten Saisonstart unserer Zebras war diesmal weniger positive Vorfreude und Euphorie spürbar, sondern die Gewissheit, dass diesmal die eigene Mannschaft den Beweis abliefern musste, ob sie endlich in dieser Liga angekommen ist.
Was sich dann in der ersten Halbzeit auf dem Rasen abspielte, hatte mit einem Leistungsnachweis absolut nichts zu tun. Wieder geriet man nach fürchterlichen Abwehrfehlern vor heimischer Kulisse früh in Rückstand. Die Stimmung kippte endgültig, und das auch völlig zu Recht. Die Nordkurve und auch weitere Teile des Stadions bedachten die „Leistung“ der eigenen Truppe mit Pfiffen und an lautstarken Support war nach dem 0:2 in Minute 24 auch nicht mehr zu denken. Eher blickten über 15.000 der insgesamt 17.046 Zuschauer ziemlich Fassungslos auf die komische Sportart, die die Blau-Weißen auf dem Grün fabrizierten.

Coach Lettieri erschöpfte in der 61. Minute bereits sein komplettes Wechsel-Kontingent, was sich am Ende wohl als Glücksgriff herausstellte. Zudem sah ein Spieler der Gäste kurz zuvor die Ampelkarte und das Spiel nahm fortan eine nicht mehr für möglich gehaltene Wendung. Meiderich drückte und King Onuegbu hämmerte in Minute 70 im Stile eines Goalgetters die Kugel zum Anschlusstreffer in die Maschen. Logischerweise erwachte das Publikum aus seiner Schockstarre und es wurde endlich wieder laut. Nur wenige Minuten nach dem Anschlusstreffer schlug erneut Wolze einen guten Ball in den Strafraum, wo Neuzugang Iljutcenko goldrichtig stand und zum Ausgleich einköpfte! Innerhalb von einer Viertelstunde wurde der Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Endlich hatten wir auch ein bisschen was zu Feiern. Bis zum Abpfiff passierte nichts großartig erwähnenswertes mehr und so konnte immerhin der erste Punkt für den Klassenerhalt in Duisburg bleiben.

Die Stimmung passte sich komplett dem Spielverlauf an: In den ersten 10 Minuten legten beide Kurven gut los, ehe ab dem 0:2 bis zum Platzverweis in der 58. Minute auf der Heimseite nur noch ein Teil des Stimmungsblocks bemüht war, für Unterstützung zu sorgen. In dieser Phase vernahm man dementsprechend auch des Öfteren den Gästeblock, der durch gute Klatscheinlagen und Wechselgesänge auffiel. Nach unserem Anschlusstreffer wachte auch der Oberrang wieder auf und es konnte bis zum Schlusspfiff wieder eine zufriedenstellende Lautstärke erreicht werden, während der Gästeblock fortan nicht mehr vernommen wurde.

 

Bericht: MSV – Scheiße 04 (0:5)

Und wieder mal: Besser 0:5, als 0:4!

Geschichten wie diese kann eigentlich nur der König Fußball schreiben. Innerhalb von 4 Jahren spielen zwei Vereine im selben Wettbewerb erst im Finale, und später in der ersten Runde gegeneinander. Beide Spiele laufen nach dem selben Drehbuch und Muster ab: In beiden Spielen waren die sportlichen Voraussetzungen sehr unterschiedlich.
Scheiße gewinnt letztlich die Spiele mit 0:5. Beide Spiele waren bereits zur Halbzeit entschieden. In beiden Spielen zeigten die Fans der Zebras auf den Rängen eine wahre Herzensreaktion. Jeweils ab der 70. Minute herum packten die Zebras die Choreo-Fahnen wieder aus und feierten sich, den Meidericher Spielverein und Duisburg bis in die Nachspielzeit hinein. Der 08.08.2015 wird als Déjà-vu des 21.05.2011 in Erinnerung bleiben.

Für uns begann der Derby-Tag bereits am Morgen, um gemeinsam mit Block 10 und Zebrabande die Vorbereitungen für die Choreo einzuläuten. Diese wurde aus dem Mottoshirt-Verkauf vom Wiesbaden-Spiel finanziert. Genau so klappt das Motto „Von Fans, für Fans!“ Man schloss alle Vorbereitungen pünktlich ab und blickte mit einer Mischung aus Vorfreude und leichter Anspannung auf die Wartezeit bis zum Anpfiff. Recht flott marschierte schon der erste Szenehaufen des Gesindels ein, während sich der Mob der UGE etwas mehr Zeit ließ.
Um 15:25 Uhr saßen/standen bereits alle 30.600 Zuschauer auf ihren Plätzen. Die gesamte Nordkurve erstrahlte in ein Fahnenmeer aus blau und weiß, während im Gästeblock erst blauer Rauch und anschließend ein paar Bengalen das Licht der Welt erblickten.
Nach Anpfiff kochten beide Kurven direkt auf 180 Grad weiter. Leider erlitt die Nord bereits in der 3. Minute den ersten Dämpfer: Wie auch schon vor 2 Wochen gegen Kaiserslautern konnten die Gäste gleich den ersten Angriff in ein Tor ummünzen. Faktisch war das Spiel hier schon vorbei. Es wurde immer dramatischer: In der 31. Minute zeigte Schiri Stark auf den Punkt und zeigte Kapitän Bajic die gelb-rote Karte. Den anschließenden Elfer konnte Rata jedoch souverän parieren, was den Lautstärkepegel endlich wieder auf halbwegs gutes Niveau anstiegen ließ. Als das Gesindel in den Minuten 39 und 45 trotzdem auf 3:0 erhöhten, dachten wohl 99% aller Anwesenden direkt wieder an das Pokalfinale von vor 4 Jahren.

Zu Beginn der zwoten Hälfte wurden passend zum Spruchband „In Duisburg hat keine Scheißer Fahne das Recht zu wehen!“ ein paar getauschte Materialien zum Besten gegeben. Auf dem Feld erhöhte der Erzfeind in Minute 62 auf 0:4. Danach passierte das, womit man wahrlich nicht gerechnet hatte. Beginnend vom Oberrang der Nord packten die MSV-Schlachtenbummler das Choreomaterial wieder aus und schafften es, die gesamte Kurve in den selben Dauergesang zu versetzen, wie schon 2011 geschehen. Anstatt in die sonst gewohnte Duisburger Lethargie zu verfallen, wollte man, nicht wie die Mannschaft auf dem Rasen, dem Feind auf den Rängen nicht kampflos das Feld überlassen. Aus dem sonst sehr gut aufgelegten Gästeblock kam fortan auch nicht mehr viel bei uns an. Kurz vor Schluss erhöhte das Pack zum 0:5 Endstand. Die Messe war längst gelesen, doch Duisburg feierte immer weiter.

Der Mannschaft muss jetzt aber bewusst werden, dass wir ihr gerade wesentlich mehr Kredit gewähren, als sie es sich erspielt hat. Daher müssen im Duell der Aufsteiger in der nächsten Woche anne Wedau endlich die ersten Punkte eingefahren werden. Weiter Zebras, immer weiter!

 

Bericht: Bochum – MSV (3:0)

Das erste Auswärtsspiel der Saison

Samstagmorgen, früh aufstehen, ab zum Treffpunkt, endlich wieder Auswärts, man haben wir das vermisst! Die Gewohnheit der weiten Strecken in der 3. Liga hat man so langsam hinter sich gelassen und man war bereit für das Revierderby gegen Bochum. So traf sich ein Haufen fußballverrückter Duisburger und machte sich geschlossen auf den Weg zu den Bayernfreunden. Am Bahnhof angelangt wurde man, wie man es nicht anders kennt, von unseren Freunden in Grün zum Stadion begleitet. Auf dem Weg zum Stadion machte sich bemerkbar, dass jeder, wirklich jeder einzige Bock auf dieses Spiel hatte.

Wie üblich verabschiedete man sich vor dem Stadion von der Sektion Stadionverbot – IHR seid immer bei UNS – und man begab sich als erste Gruppe in den Gästeblock. Die Zaunfahnen wurden optimal aufgehängt und man hat das Material für das Spiel vorbereitet. Die eine oder andere Bratwurst wurde verschlungen und natürlich Literweise Bier, wenn man Fiege Bier nennen darf, gesoffen. Die Kohorte gestaltete ein wirklich sehenswertes Intro mit dem Motto ,,MSV ALLEZ“. Im ganzen Gästeblock (E1) wurden blaue und weiße Fahnen verteilt, dazu noch Luftballons und Konfetti. So startete auch die Stimmung einfach unfassbar geil.

3.500 Zebras haben in den ersten 25. Minuten wirklich eine bombastische Stimmung zustande gebracht. Man versuchte alles um die Mannschaft zum Sieg zu schreien, doch leider wurde man dafür nicht belohnt. Das wichtigste zum Spiel diesmal einfach nur ganz kurz, weil es wirklich grausam war: In der 56. Spielminute schoss Timo Perthel ein Ex-Duisburger das 1:0 für Bochum. In der 68. erhöhte O. Bulut zum 2:0 und in der 84. Minute traf wieder mal ein Ex- Duisburger namens Simon Terrode zum demütigenden 3:0. Noch Fragen? Nein, danke! Das Fazit nach dem zweiten Spieltag: Letzter Platz, 1:6 Tore. Die Highlights des Tages waren die mitgereisten Zebras auf den Rängen, welche auch trotz der Gegentreffer versuchten die Stimmung zu halten und unser Grannyhunter, welcher wieder zugeschlagen hatte und entzückende Damen im Alter von 70 Jahren+ mit seinem charmanten Ruhrpott Slang zu einem Foto überzeugen konnte.

Jetzt heißt es mit den ersten beiden Spieltagen abschließen, denn es liegt etwas Großes vor uns. Ja etwas sehr Großes, worauf jeder heiß sein sollte. Das Pokalspiel gegen die Scheißer! Habt ihr es noch nicht begriffen? Wir spielen gegen Herne-West, wer jetzt noch nicht motiviert ist, dann wat weiß ich? Die ersten beiden Spiele waren scheiße, wie Herne West, doch jetzt heißt es zusammenraffen! Duisburg till we die!

 

Bericht: MSV – Lautern (1:3)

,,Pleite zum langersehnten Auftakt“
Die Vorfreude auf den ersten Spieltag der langersehnten zweiten Liga stieg umso mehr, als der Spielplan-Rechner in Frankfurt die Fluchtlichtpartie MSV vs. Lautern ausspuckte. Flutlichtspiel anne Wedau gegen einen attraktiven Gegner, was will man nach zwei Jahren gegen Großaspach und diverse Zweitvertretungen mehr!

Da wir keine choreografische Arbeit zu verrichten hatten, trafen wir uns am frühen Nachmittag in den eigenen Räumlichkeiten, um mit einer feinen Meute frühzeitig die Festung Wedau zu erreichen. Weit vor Anpfiff konnte man bereits reges Treiben im Stadionumfeld erkennen. Gemeinsam mit den Blue Brothers, die erstmalig ihren Standort vom Block I in den Stimmungsblock verlagerten, und Superbia wurde der Stimmungsblock etwas eher als gewohnt betreten und beflaggt. Super bitter, dass weiterhin so viele Brüder vor den Toren die Rückkehr ins Unterhaus vor der Glotze „erleben“ durften… Weiter durchhalten Jungs!

Unsere Nordkurve zeigte zum Anpfiff eine Choreo der Kohorte, mit einer bereits bekannten Blockfahne und einem dem Anlass entsprechend treffenden Spruchband am Zaun:
„Der MSV ist wieder da“! Dieser Ausruf, so wurde es leider sehr schnell deutlich, konnte höchstens auf die Blau-Weißen auf den Tribünen bezogen werden. Denn die Truppe auf dem Rasen verpennte ihre erste Halbzeit Liga 2 nach allen Regeln der Kunst. Nach haarsträubenden individuellen Fehlern stand es bereits nach 29 Minuten 3:0 für KL und die Messe war gelesen. Waren noch Wochen vor Ligastart Phrasen wie „Man muss sich an das Tempo und die Spielweise der zweiten Liga gewöhnen“ in allen Zeitungsartikeln zu lesen, wusste man nun, was damit gemeint war. Wirklich spannend wurde es selbst nach dem Anschlusstrefer durch Käpt´n Bajic aus Minute 80 nicht mehr. Der MSV verlor sein Auftaktspiel völlig verdient mit 1:3.

23.686 Zuschauer wollten sich den Auftakt der Zwoten nicht entgehen lassen. Bis zum 0:2 konnte die ausverkaufte Nordkurve ganz gut rocken, ehe spätestens ab dem 0:3 fast gar nichts mehr ging. Absolut positiv jedoch die Reaktion vom Großteil des blau-weißen Publikums, dass ab der 60. Minute wieder richtig an Fahrt aufnahm und eine schöne Trotzreaktion zeigte. Zwar waren es nur 2-3 Gassenhauer, aber diese wurden recht emotional und mit guter Laustärke bis zum Schlusspfiff auch von den Gegengeraden mitgetragen. Die Aufstiegs-Euphorie lässt sich der Duisburger eben nicht sofort nach der ersten Niederlage nehmen!
Die 2.500 angereisten Pfälzer hatten bereits ab Mitte der ersten Hälfte leichtes Spiel, als da schon feststand, dass sie mit einem Auftaktsieg in die neue Saison starten würden. Die 3 Ultràgruppen im Stehplatzbereich schafften es zwischendurch auch, die angrenzenden Sitzplatzblöcke zu animieren. Insgesamt also ein guter Vorgeschmack auf eine hoffentlich ereignisreiche Saison auf den Rängen!