Bericht: Halle – MSV (0:1)

Den totalen Fehlstart abgewendet

Nach den zwei wirklich blamablen Auftritten unserer Zebras zum Ligaauftakt kam einem die Herausforderung im DFB-Pokal schon sehr gelegen. Es sollte, wie schon vor 2 Jahren, nach Halle an die Saale gehen. Aufgrund der vorausgegangenen Niederlagen im Ligaalltag galt der Meidericher SV selbst beim Aufsteiger in die 3. Liga nicht unbedingt als Favorit, da die Hallenser sehr ordentlich in ihre Saison gestartet sind.
So machten sich mehrere Busbesatzungen mit sehr gemischten Gefühlen auf in den Osten des Landes. Am heißesten Wochenende des Jahres war dauerschwitzen trotz laufender Klimaanlage im Bus an der Tagesordnung.
Wir erreichten das neue Kurt-Wabbel-Stadion eine gute Stunde vor Anpfiff. Die neue Heimat des HFC machte insgesamt einen netten Eindruck. Kein Schicki-Micki-Neubau für Eventies, sondern ein enges, schlicht gehaltenes Fußballstadion mit ordentlichem Akustikpotenzial.
Am Einlass gab es dann bereits die ersten Probleme mit unseren Zaunfahnen. Nach langem hin- und her fand letztlich zumindest unser Hauptbanner den Weg in den Gästeblock. Lieber Ordnungsdienst in Halle, das war alles andere als Fanfreundlich!
Im Gästeblock angekommen (ca 500 blau-weiße fanden unter den 8500 Zuschauern den Weg nach Halle), positionierten wir uns samt Capo im unteren Bereich des Blockes hinter unserer Zaunfahne.
Zum Intro präsenierte die Heimkurve eine kleine Choreo in Form von rot-weißen Wurfrollen und einem Großbanner mit der Aufschrift: „Die Zebras aus dem Pokal werfen“. Sah ganz schick aus. In den ersten Spielminuten konzentrierte sich der Gästeblock zunächst auf Pöbeleien mit dem angrenzenden Block, in dem sich einige Hools der Hallenser versammelten. Die Stimmung nahm nur nach und nach etwas an Fahrt auf. Nach unserer Führung in der 17. Spielminute durch Sukalo (Foulelfmeter) drehte der Gästeblock kurz am Lautstärkeregler, doch dies hielt auch nicht all zu lange an. In Halbzeit zwei konnten wir zum Glück eine Schippe drauflegen, und das obwohl unsere 11 Mannen in bester Manier versuchten, ja nicht als Sieger vom Platz zu gehen. Im Prinzip hätte der Sieger heute Hallescher FC heißen müssen, doch das Unvermögen der Ossis vorm Tor einerseits und etwas Glück unsererseits verhinderten das Erstrundenaus.
Die Heimkurve legte einen durchschnittlichen Auftritt an den Tag, richtig laut wurde es eigentlich nur bei Pöbeleinlagen. Warscheinlich machte allen im Rund die enorme Hitze zu schaffen.
Nach dem Spiel gab es noch diverse Rennereien um an den Kontrahenten ranzukommen, doch alle Versuche scheiterten aufgrund der enormen Polizeipräsenz.
So konnte die Rückfahrt letztlich ohne Zwischenfälle angetreten werden.
Welches Fazit lässt sich nach der heutigen Begegnung ziehen? Ja, unsere Zebras legten was Einsatz und Siegeswille angeht eine Schippe drauf. Spielerisch ist das gebolze weiterhin nicht zu ertragen.
Unser nächster Kontrahent kommt erneut aus dem Osten der Republik. Die dynamischen aus Dresden dürfen ihre Visitenkarte an der Wedau ablegen. Sportlich ist dringend eine weitere Steigerung nötig, um die 3 wichtigen Punkte in Duisburg zu behalten.

Bericht: Regensburg – MSV (2:0)

Aus allen Wolken gefallen

Nachdem man noch mit dem ersten Spieltag zu kämpfen hatte und die Verarbeitung der Geschehnisse immer noch schwer fällt ging es zum zweiten Spieltag zur Jahn nach Regensburg, einem weiteren Aufsteiger. So traf man sich um 04:00 früh, um mit mehreren Busbesatzungen den langen Weg nach Bayern anzutreten. Zwischen Hoffen und Bangen kam man ohne Zwischenfälle relativ früh in Regensburg an. So verbrachte man noch ein paar Minuten im nahegelegenen Biergarten, bis man den Weg ins altehrwürdige Jahnstadion antrat. Bei den Einlasskontrollen gab es dann ein paar kleine Probleme, unter anderem ,weil den Ordnern zwar Zaunfahnen bekannt und auch erwünscht waren, aber diese nicht wussten, wofür man Klebeband bräuchte. Nach Erklärungsversuchen, die allerdings an dem sprachlichen Verständnis der Herren in Gelb scheiterten, klärte das Fanprojekt inkl. Fanbeauftragter die Lage mit den Vorgesetzten der Ordner. Generell waren die Durchsuchungen aber sehr fanfreundlich und vollkommen korrekt. Man betrat also den Block und begann mit der Zaunbeflaggung, die dem Trend von letzter Saison anhält und sich mittlerweile richtig gut sehen lassen kann. So blieben mehrere Klettereinheiten, um noch einen geeigneten Platz für einige Fahnen zu finden, nicht aus. Weiter so, Duisburger!

Ingesamt fanden 7800 Anhänger den Weg ins Stadion, davon ca. 450 Zebras aus Duisburg. Zum Einlaufen der Mannschaften gab es dann ein kleines Fahnenmeer auf Regensburger sowie auf unserer Seite, zudem wurde auf dem Zaun der „Kräfte bündeln – Szene Duisburg“ Banner gezeigt. Zur Untermalung gab es im Gästeblock eine kleine pyrotechnische Einlage.

Im Vergleich zum ersten Spieltag änderte Cheftrainer Reck die Mannschaft auf insgesamt 5 Positionen. Die Partie begann und die Jungs versuchten in den ersten paar Minuten mitzuhalten und erste Akzente zu setzen. Es gab auf beiden Seiten die ein oder andere Torchance, allerdings nichts 100%tiges. Nach einem Rückpass auf den Regensburger Torhüter knallte dieser den Ball in einem Befreiungsschlag nach vorne. Öztürk verschätzte sich ohne Gegendruck beim Kopfball, der Ball sprang genau vor die Füße von Sembolo, dem Regensburger Stürmer, der nun allein auf Wiedwald zulief. Im 16zehner brachte Lachheb durch eine Notbremse den Regensburger zu Fall. Elfmeter und Rot. Plötzlich stand Duisburg nur noch mit 10 Mann auf dem Platz. Der Elfmeter wurde dann durch Rahn in der 36. Spielminute unter die Latte gehämmert und so stand es zur Pause 1:0. Zu Wiederbeginn der zweiten Hälfte zeigte unsere Gruppe noch mal ein Spruchband in bezug auf die Zaunfahnenproblematik in unserer Heimkurve! „Pro Zaunfahnenplätze!“ an der Wedau, die Nordkurve gehört uns!

Direkt nach dem Seitenwechsel versuchten die Meidericher sich erneut ein paar Chancen herauszuspielen, doch nichts schien an diesem Tag zu klappen. Der erneute Schock dann in der 60. Spielminute. Regensburg lief ungestört durch das Mittelfeld, pass auf links außen und Sembolo verwertete, trotz zweier Meidericher Verteidiger in unmittelbarer Nähe, eine halbhohe Flanke von Amachaibou zum 2:0.

Die Zebras, die nicht nur dem 0:2-Rückstand hinterher liefen, sondern auch noch ein Mann weniger waren, gaben sich nun komplett auf. Zum Abschluss sah Wolze in der 74. Minute auch noch die Gelb-Rote Karte. Somit endete die Begegnung 2:0 und die Zebras blieben auch in der zweiten Saisonpartie ohne Punkte. Zur Regensburger Seite kann man nicht viel sagen, diese waren immer nur nach Schlachtrufen oder beim Wechselgesang SSV zu vernehmen. Sonst hörte man kaum bis gar nichts. Nach dem Spiel wurden dann den eigenen Emotionen freien Lauf gelassen, Spieler und andere Verantwortliche wurden zur Rede gestellt und aufgefordert endlich bessere Leistungen auf dem Platz abzuliefern, zu zeigen das Leben und Kampfgeist in der Mannschaft steckt und man sich nicht aufzugeben hat! Der Meidericher SV ist unser aller Lebensinhalt, dafür gilt es alles zu geben! „Zirkus können wir nicht brauchen. Den gab‘s letzte Saison genug!“ sagte Bernard Dietz

Der Rückweg verlief in einer Mischung zwischen Enttäuschung und Aggression ohne besondere Vorkommnisse. So kam man kurz nach Mitternacht wieder in der geliebten Heimatstadt an.

Am kommenden Wochenende geht es für den MSV zum DFB-Pokal-Spiel nach Halle. Dort wartet am Samstag, 18. August 2012 (15:30 Uhr) der gastgebende FC.
Macht mobil – Fahrt mit uns nach Halle, um der Mannschaft die nötige Kraft mit einer starken Rückendeckung zu geben und in die zweite Runde einzuziehen.

Alles außer Duisburg ist scheiße – Alle gegen Halle!

Bericht: MSV – Aalen (1:4)

Zwischen Himmel und Hölle

Unfassbare drei Monate mussten wir alle ohne unseren Lebensmittelpunkt auskommen. Die längste Sommerpause aller Zeiten hatte aber auch positive Nebeneffekte. Unsere Gruppe nutzte die Zeit für einige Projekte, die ab dem ersten Spieltag gleich in Kraft treten sollten.
Zunächst organisierten wir einen schönen Marsch von der Bahnhaltestelle „Kulturstraße“ zum Wedaustadion.
Wir wollten gleich ein Zeichen nach draußen setzen um jedem zu zeigen, dass wir eine womöglich schwere sportliche Saison durch Geschlossenheit bei den Änhängern des Spielvereins trotzen wollen.
Zudem brachten wir passend zum 110-jährigen Bestehens unseres Spielvereins ein schmuckes T-Shirt raus, was sich gleich zu Beginn einer hohen Resonanz erfreute. Ein für unsere Gruppe jedoch elementarer Schritt in der noch jungen Geschichte war das erstmalige Installieren eines zweiten Vorsängers am Zaun des Stimmungsblocks.
Diese Umstände erhöhten die Vorfreude auf diese Saison ins unermessliche. So traf man sich schon am Spieltag gegen halb 10 morgens am Container, um mit Fahnen, Megafon und wahnsinns Vorfreude in Richtung Treffpunkt aufzubrechen. Hier sah man bereits die ersten blau-weißen, zu denen man sich schnell gesellte. Nach und nach füllte sich der Treffpunkt sehr beachtlich, so dass letztlich zwischen 350-400 Ruhrpottkanacken am Marsch teilnehmen wollten. Ein bunter Mix aus Kutten, Normalos, Hools und Ultras stimmte lautstark in die ersten Gesänge ein und ließ halb Wanheimerort in seinen Grundfesten erschüttern.
Das machte doch schon Appetit auf mehr!
Zum Intro des Spiels präsentierte die Kohorte die bislang größte Blockfahne in der Geschichte der Duisburger Fankultur. Ein Wahnsinnsanblick als dieses schöne Monstrum von Blockfahne sich den Weg über den Oberrang in Richtung Unterrang bahnte. Daumen hoch für diese Choreo!
Unsere 11 Mannen auf dem Feld nahmen die Steilvorlage auch gleich an und konnten nach einer Viertelstunde gleich in Führung gehen. Bis dato war auch die Stimmung in der Nord sehr annehmbar. Als der Aufsteiger aus Aalen in der 20. Minute ausgleichen konnte, folgten die unfassbarsten 70 Minuten der letzten Jahre. Der Gast schaffte es durch hervorragenden Konterfußball und absoluter Leistungsverweigerung unsererseits, uns noch 4 (!!!) Buden vor heimischen Publikum einzuschenken. Über der Wedau ist buchstäblich der Himmel eingebrochen. Von wirklich ernstzunehmend lautem Support war in Halbzeit 2 garnicht mehr die Rede. Alle Befürchtungen im Vorfeld haben sich bereits am ersten Spieltag bewahrheitet: Diese Saison wird wohl ein ganz schweres Ding.
Zu allem Überfluss gab es auch noch Ärger mit den Ordnern, die sich an den Zaunfahnen im Oberrang vergriffen. Dieses Thema sollte schleunigst geklärt werden, da sich die Situation beim nächsten Heimspiel sonst sicherlich nicht verbessern wird.
Der Tag hatte mit dem genialen Marsch zum Stadion, der schönen Choreo und dem Führungstreffer so geil angefangen, um am Ende in eine mittelschwere Katastrophe auszuaten. Von den 14377 Zuschauern im weiten Rund traten 14000 restlos bedient den Heimweg an.
Unser Trainer Reck ist wahrlich nicht zu beneiden. Schafft er es die Mannschaft wieder in die Richtige Spur zu bringen? Die Antwort gibts bereits in einer Woche auf dem Rasen (mal wieder gegen einen Aufsteiger…) beim Jahn aus Regensburg.