Bericht: SV Darmstadt 98 – MSV (1:0)

Zebras in der Krise

Am 28. Spieltag dieser Saison gab es nach längerer Zeit mal wieder ein Flutlichtspiel zu bestreiten. An einem milden Freitagabend sollte es ins nicht allzu weit entfernte Städtchen Darmstadt zum dort ansässigen Sportverein gehen. Dazu traf sich eine 50er Busbesatzung bestehend aus PGDU, Freundeskreis und Block 10 am gewohnten Treffpunkt, um den Höllenritt über die A3 auf sich zu nehmen. Doch erstaunlicherweise lief die Fahrt völlig staufrei ab, weshalb wir mehr als pünktlich das schmucke, alte Stadion am Böllenfalltor erreichten.

Die Gastgeber kratzen seit dem Ende der Hinrunde an den Aufstiegsrängen, während unsere Meidericher zuletzt zwei absolute Katastrophen-Leistungen ablieferten und im sogenannten „Niemandsland“ der Tabelle schlummern. Somit war die Rolle des Favoriten auch schon mal geklärt. Dass die Darmstädter sportlich hoch auf sind, honorierte der Heimanhang zu Beginn der Partie mit einer schönen Choreo auf der Haupttribüne bestehend aus einer großen Blockfahne, Spruchbändern und Schwenkfahnen in Vereinsfarben. Abgerundet wurde die Aktion noch von einem kleinen Feuerwerk hinter der Tribüne. Unter den 10.200 Zuschauern versuchten über 500 Ruhrpott-Kanacken, die Flutlichtatmosphäre auszunutzen, um sich irgendwie bemerkbar zu machen. Bedauerlicherweise ist zu erwähnen, dass durch unseren Capo erneut das Angebot an die Kohorte gemacht wurde, näher zusammenzurücken und den Fokus einzig und allein auf den Spielverein zu legen. Leider prallte die Geste, wie es fast schon zu erwarten war, knallhart ab, womit der Hauch von Kooperation erneut im Keim erstickt wurde. Was soll man da noch großartig zu sagen…

Dennoch gab unser Capo vor allem in der 2. Hälfte alles, um den großen Gästeblock zum Schreien zu animieren. Unter den momentanen Umständen in unserer Kurve wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Unser Team dankte es beim Stand von 0:0 in der 80. Minute mit einem Platzverweis unseres Torhüters. Da schon alle drei Wechsel ausgeschöpft waren, musste unser Stürmer Wegkamp sein Glück zwischen den Pfosten versuchen. Nur drei Minuten später gab der Schiri als Sahne-Häubchen einen Elfer für die Gastgeber, welcher eiskalt verwandelt wurde und das Spiel zu Gunsten der Darmstädter entschied. Danke.

Sichtlich enttäuscht ob der momentan mehr als unlustigen Situation in Duisburg traten wir mit senkenden Köpfen die Heimreise an. Will man nicht noch in Abstiegsnöte geraten, sollte das nächste Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Kiel unbedingt gewonnen werden. Sollte dies nicht passieren, brechen sicherlich dunkle Wolken am Meidericher Horizont auf…

Bericht: MSV – SV Wehen Wiesbaden (0:0)

Ergebnisse sagen mehr als 1.000 Worte

Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden. Der Beginn einer Serie von Heimspielen, in denen unser Spielverein Gegner empfängt, die so richtig nach 3. Liga klingen. So hofften wir durch karnevalistische Umstände und ein eventuell schön anzuschauendes Spiel trotzdem nicht den Spaß an der Sache zu verlieren. Wenn jedoch binnen 90 Minuten gerade mal 2 (!) gefährliche Tormöglichkeiten unsererseits erspielt wurden und der Gegner es nicht für nötig hielt, sich am Offensivspiel zu beteiligen, dann untermalt das Endergebnis von 0:0 und die 54 handgezählten Leutchen im Gästeblock genau die Tristesse dieses Samstagnachmittags an der Wedau. Insgesamt pilgerten 10.352 Zuschauer ins Wedaustadion. Es bleibt abzuwarten, ob in den kommenden Heimspielen die 10.000er Marke gehalten werden kann.

Das Spiel wurde unsererseits per Spruchband und Konfetti farbenfroh eingeläutet. Der Stimmungsblock versuchte permanent, der Mannschaft Wind unter den Segeln zu verleihen. Dies klappte vor allem in Durchgang 2, als auch der Oberrang aus dem Winterschlaf erwachte und unsere Truppe zumindest von den ersten in zweiten Gang schaltete. Doch es half am Ende alles nix. Der Schlusspfiff, welcher von lautstarken Pfiffen des weiten Rundes begleitet wurde, erlöste die zahlende Kundschaft und weiter ging es mit dem bunten, karnevalistischen Treiben. Beim Gedanken, zur kommenden Partie nach Darmstadt reisen zu müssen, kann einem bei der aktuellen Form unserer Truppe nur Angst und Bange werden…

Bericht: BV Borussia Dortmund II – MSV (2:0)

Ein Tag zum Vergessen

Selbst 2 Tage nach dem auf allen Ebenen miserablen Auftritt in Dortmund fällt es schwer, die richtigen Worte für diesen Bericht in die Tasten zu hauen. Fest steht:

Einen derart hohen Stress-Faktor sowohl zwischen MSV-Fans, als auch mit den Cops hatte es an einem Spieltag geballt in unserer Gruppengeschichte so noch nicht gegeben. Zur Mitte der ersten Hälfte nahmen wir unsere gesamte Zaunbeflaggung ab und stellten den Support ein. Grund hierfür war ein Konflikt mit einem Anhänger, welcher eigentlich schon nach kurzer Zeit verbal wieder ausgeräumt wurde. Doch leider hielten es einige Helden für nötig, den Konflikt wieder aufzukochen, um diesen dann auch noch non-verbal auszutragen. Dabei wurde auch unser Capo, welcher lediglich schlichten wollte, in Mitleidenschaft gezogen. Folglich war ein organisiertes Unterstützen unserer Mannschaft nicht mehr möglich. Ein Dank geht an die Gruppen, die sich sofort mit uns solidarisiert haben und ihre Fahnen ebenfalls vom Zaun nahmen.

Auch bei der Abreise eskalierte die Lage an der stadionnahen S-Bahn-Station, was erneut einige Ladungen Pfeffer nach sich zog. Bei der Rückkehr in Duisburg spielte sich das letzte negative Highlight des Tages ab. Eine Demonstration von Salafisten sorgte am Duisburger Bahnhofsvorplatz sowohl für die nächste Eskalation mit den Cops, als auch für Gesänge, die nicht mit unserem Verständnis vom Fan- und Ultra-Dasein im Einklang stehen. Man möge über die demonstrierende Gruppe halten was man möchte, jedoch sollte der MSV nicht als Plattform missbraucht werden, um seine politische Haltung lautstark kundzutun.

Tja, und sportlich verkackte der Spielverein auch noch auf ganzer Linie. 0:2 in einem Spiel ohne große eigene Torchancen und wenig Zugriff auf den Gegner. Schade, die über 4.000 mitgereisten blau-weißen Schlachtenbummler wurden nicht für die (zumindest quantitativ!) gute Unterstützung belohnt. Denn was qualitativ im Gästeblock „abging“, ist bis auf wenige Ausnahmen fast nicht mehr in Worte zu fassen. Leider hatte man bei einem Teil der Anhänger das Gefühl, dass Alkohol und sonstige berauschende Mittel eher im Mittelpunkt standen als die Unterstützung der Mannschaft des Herzens. Einfach nur bitter.