Monthly Archives: Mai 2011

Bericht: Pokalfinale MSV – Scheisse 04

Es war alles angerichtet. Es sollte der Tag des Lebens werden. Mit Pauken und Trompeten sollten unsere Zebras den großen Favoriten aus Gelsenkirchen in die Knie zwingen und uns Fans nie mehr aus dem wohl schönsten Traum dieser Welt erwachen lassen. Pokalfinale 2011. Wer hätte es vor rund zwei Jahren überhaupt gewagt diese Worte in den Mund zu nehmen. Und jetzt waren wir tatsächlich wieder dran. Wir, der Meidericher Spielverein, hatte die Chance uns ganz Fußball-Deutschland zu präsentieren. Ganz Fußball-Deutschland erhobenen Hauptes zu zeigen, dass Duisburg eben doch der geilste Verein der Welt ist. Was sich seit dem Halbfinalerfolg gegen Cottbus bereits andeutete wurde in der letzten Woche vor dem Endspiel extrem.
21. Mai 2011. Noch nie hatte sich ein Datum so ins Gedächtniss vieler Duisburger gebrannt wie dieses. Zahlreiche schlaflose Nächte und Träume, die so ziemlich jedes Szenario, wie man denn die Scheißer vom Platz und den Tribünen fegen würde durchgingen, schmückten die Abendstunden der Anhänger vom MSV. Und dann war es soweit. Als am dritten Samstag des Mais um sechs Uhr endlich der Wecker klingelte war es tatsächlich so weit! FINALE Baby!

Heute sollte Geschichte geschrieben werden. Voller Vorfreude und ohne irgendeine Art von Müdigkeit, trotz der an einer Hand abzählbaren Stunden Schlaf, begab sich ein jedes Zebraherz in Richtung Hauptbahnhof. Von hier sollte um 9.30h mit einem Sonderzug die Reise losgehen, die hoffentlich ins große Glück führen würde. Nach und nach wurde es voll am Bahnhof. Die Anspannung war einem jedem ins Gesicht geschrieben, auch wenn man versuchte sich nach Außen hin mehr oder weniger cool zu präsentieren und sich mit Europapokal-Gesängen auf den Abend einstimmte. Als man dann den Zug betrat traute man seinen Augen kaum. Es war endlich mal ein Transporter, der den Name Zug verdient hatte. Das alte Gerät war der positive Wahnsinn. Sechserabteile und altes Material ließen in einem jeden MSVler Gedanken wach werden an bereits längst vergessene Zeiten. Als man nach und nach die Bahnhöfe der anderen Reviervereine abfuhr, und dabei mitunter deutlich machte, wer hier und heute der Boss sein würde – nein nicht der urplötzlich von allen geliebte Verein aus Dortmund, und erst recht nicht die Idioten aus Bochum – wurde einem klar was an diesem Tag passieren könnte. Die Zeit verging im Flug. Manche versuchten ihre Nerven bei zeitweise tatsächlich recht fachlichen Anekdoten und Vorhersagen zu beruhigen, während andere ihr Heil im Sambawagen und damit vorwiegend im Bier suchten. Und dies auch durchaus rechtzeitig fanden um rechtzeitig zur Ankunft in Berlin-Charlottenburg in Topform zu sein.
Gerade in Berlin angekommen ging es dann auch schon mit Ach und Krach los. Mit geschätzten 2500 Zebras aller Art ging es im Marsch bei brühendheißer Sonne Richtung Olympiastadion. Der Ort an dem heute das Pack aus Gelsenkirchen durchs Stadion gejagt werden sollte. Schon jetzt zeigte man der ganzen Stadt, dass man gewillt war hier und heute akustisch die Oberhand zu behalten. Rund zwei Stunden vor Spielbeginn betrat man ihn dann endlich. Den Oberrang dieses wunderschönen Stadions zu Berlin.

In und um Block 16.2 herum versammelte sich die Szene und der angedachte Stimmungskern. Schnell wurde aber allen klar, dass das alles heute völlig egal war. Schon beim warm up zeigte ein jedes Zebra lautstark wer hier und heute in Berlin etwas zu sagen hatte. Zum Einlauf der Mannschaften präsentierten sowohl wir als auch der Gegenüber aus Gelsenkirchen jeweils eine recht hübsche Choreographie. Während die der Scheißer ohne Probleme über die Bühne lief, aber relativ einfach wirkte, gab es bei uns ein, zwei kleinere Haken, trotzdem wusste das Ganze im Nachhinein aber zu gefallen. Die Zebrastreifen untermalt von dem überdimensionalgroßen „Meidericher Spielverein“-Banner. Und dazu das 1902 in hellem blau, welches nicht zu 100% durchstach. Trotzdem – Gelungen! Dann sollte es losgehen.

Es wurde schnell klar, dass unsere Zebras auf dem Platz nicht einen ihrer Tage erwischt hatten, an dem sie tatsächlich in der Lage waren jeden aber auch wirklich jeden anderen Scheißverein in die Schranken zu weisen. Die Nervosität war spürbar. So war die Geschichte auf dem Platz auch schnell erzählt. 0:5 hieß es nach, doch man muss es so sagen, größtenteils sehr enttäuschenden 90 Minuten. Auf den Tribünen behielt man bis zum 0:1 in Minute 18 etwas die Oberhand. So gut wie durchgängig waren die gesamten rund 23.000 Duisburger in Bewegung und sangen aus voller Inbrust und voller Stolz ihre Lieder. Nach dem ersten doch tiefsitzenden Schock und dem 0:2 brauchte man natürlich eine kurze Erholungsphase. Zwischendurch wurde man trotzdem immer wieder vernommen. Man war einfach fasssungslos und bekam teilweise kein laut mehr aus seinem Mund heraus. Schließlich wurde hier grade eine Chance verspielt, die man so und auf diese Art und Weise vielleicht nie wieder bekommen würde. Tränen und tottraurige Gesichter waren hier gerade ganz offensichtlich im Sonderangebot erhältlich.

Was sich dann allerdings ab Minute 78 im Olympiastadion abspielte wird wohl noch für lange Zeit seines Gleichen suchen. Nachdem der Tiefschlag vom 0:5 einigermaßen verdaut wurde und man sich mit den Tatsachen auf dem Feld abfinden musste, packte es ein jedes Zebra beim Leib. Man wollte ganz Deutschland zeigen wer der MSV ist. Man wollte erhobenen Hauptes von dieser Bühne verschwinden. Auf impulsante Art und Weise versetzte der Zebraanhang den Rest des Stadions ins Schweigen. Minutenlanger Dauergesang aus allen vorhandenen Duisburger Kehlen. Man zollte dem Team Respekt für das was es – sicher nicht in diesem Spiel, aber dafür in der gesamten Saison – geleistet hatte. Das Pack von Gegenüber schien ihre Kinnladen gar nicht mehr herunter zu bekommen und staunte. Es war ein Gefühl von Genugtuung als es nicht die Scheißer waren, die ihren Pokalerfolg feierten, sondern die Zebras die wohl in allen Wohnzimmern Deutschlands in den letzten 10 Minuten lautstartk zu vernehmen waren.

Als man nach Abpiff nocheinmal realisierte was hier grade zu Ende gegangen war, machte man sich traurig Richtung Bahnhof. Hier ging um 0:23h der Sonderzug in Richtung Heimat zurück. Wollte man sich erst noch mit einem Bierchen die Laune aufrecht erhalten, gings dann im Endeffekt doch den meisten gleich. Man nickte ein und hoffte letztlich aufzuwachen und den Tag nocheinmal von Neuem beginnen zu lassen. Vielleicht war es ja doch nur ein böser Traum. War es leider nicht! Es war die blanke Realität. Und trotzdem bleibt am Ende nur eins zu sagen. DANKE JUNGS für diese geile Saison! „Euch fliegen unsere Herzen zu“.

Klappe zu!
Und warten auf den Beginn der neuen Serie!

Be Proud

Bericht: MSV – Paderborn

Mit nem Dreier von der Wedau verabschiedet

Ganz Duisburg denkt bereits an nichts anderes außer an den 21. Mai diesen Jahres, wo der blau-weiße Verein aus Herne-West im Pokalfinale wartet. Man sollte jedoch nicht die ebenfalls großartig gespielte Ligasaison vergessen. Selbst wenn gerade in der Rückrunde das ein oder andere unnötige Spiel verloren ging, standen wir aufgrund des so herzerfrischenden und ehrlichen Stils unserer Mannschaft zu jederzeit zu 1902% hinter ihr.
Heute sollte der ruhmreiche SC Paderborn der finale Gegner vor heimischer Kulisse sein.
Man nutzte das geile Wetter, um nochmal am gewohnten Treffpunkt vorm Spiel die Grills anzuschmeißen und sich bei Wurst & Bier auf den Saisonausklang einzustimmen.
Insgesamt wollten sich nur über 12.000 Zuschauer den, zugegebenermaßen sportlich sehr unattraktiven, Sommer-Kick ansehen.
Zum Intro gab´s eine ziemlich spektakulär anzuschauende Kassenrollen-Aktion. Im Herzen der Nordkurve erstrahlte das Logo des Meidericher Spielvereins, welches umhüllt war von blau-weißen Wurfrollen. Argentinische Verhältnisse in Duisburg! Auch die Temperaturen erinnerten sehr an Südamerika. Doch die Realität sagt: Heimspiel in Liga 2 gegen Paderborn.
Die Nordkurve legte in den ersten 15 Minuten recht gut los, ehe man nach und nach den akustischen Faden etwas verlor. Auch optisch hätte heute mehr gehen können. In Halbzeit 2 konnte zum Glück der Oberrang zum abgehen animiert werden, sodass es nun wieder um einiges lauter wurde.
Das Liedgut war heute ziemlich abwechslungsreich. Im Vordergrund stand natürlich die Unterstützung der eigenen Mannschaft, aber, und wem soll man es verübeln, feierte man eifrig den Finaltag herbei und der dortige Kontrahent sollte bereits einiges an Fett abbekommen haben.
Scheiße, 04!
Der 400 Mann starke Anhang aus Ostwestfalen fiel durch supporten, fußballgucken im sitzen, fußballgucken im stehen, und wieder durch etwas supporten auf. Mehr als Bewegung des Ultràhaufens konnte aber nicht vernommen werden.
Das Spiel konnte auch dank eines wieder genesenen und erstarkten Ivo Grlic mit 3:1 für sich entschieden werden. Auch 2 Wochen vorm großen Saisonhighlight sieht man KEINE Spur von Zurückhaltung. Und das bei der Verletztenmisere. Respekt!
Nach Abpfiff konnte man im 33. Anlauf unsern Coach Milan Sasic von den Qualitäten unseres Zauns und des Megafons überzeugen. Er brachte die Nord nochmal komplett zum ausflippen.
Anschließend wurde die Mannschaft gebührend gefeiert, ehe der heimische Stimmungsblock zum letzten mal für eine viel zu lange Zeit verlassen wurde.
Nun wartet noch das Auswärtsspiel bei den Bochumern auf uns. Wir hätten ja nichts dagegen, den VfL nächstes Jahr bei uns in Liga 2 zu behalten.
In diesem Sinne… Scheiß VfL, scheiß S04!

 

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Bericht: FSV Frankfurt – MSV

Zebras spielen sich frei

Nachdem man vor Wochenfrist der Hertha aus Berlin zum Aufstieg gratulierte, führte uns der Zweitligafahrplan am 32. Spieltag zum FSV Frankfurt. Die Frankfurter schafften es in der Hinserie, angeführt von Sascha Mölders, unseren Zebras einer der wenigen Heimniederlagen einzuschenken. Dafür sollte sich an diesem Wochenende revanchiert werden. Zwei proppevolle Ultrabusbesatzung machten sich gegen 8 Uhr von der Wedau aus auf den Weg nach Frankfurt. Auf der für Bustouren doch sehr kurzen Fahrt kam es nicht zu außergwöhnlichen Ereignissen. Abgesehn davon das natürlich wieder einmal an jeder Ecke, jedes nur irgendwie mögliche Szenario für den 21. Mai in Berlin, durchgespielt und vorsichtshalber schon einmal analysiert wurde. Fazit war immer das Gleiche. Irgendwie werden wir die Sensation packen. Zunächst einmal stand aber der Ligaalltag auf dem Programm.

Wie erwartet konnte man beim FSV aufgrund der „gelaufenen“ Saison nicht mit großen Massen im Gästeblock glänzen. Grade einmal knapp 450 Zebras versammelten sich im Gästesektor. Auf dem Platz fand der MSV in die Erfolgsspur zurük. Mit 4:0 fegte die Elf von Milan Sasic den Gastgeber vom Platz. Man befindet sich ganz offensichtlich auf dem richtigen Weg. Auf den Rängen zeigte man zwei unterschiedliche Gesichter. Während das Ganze in Hälfte eins doch sehr lethargisch das „Standartprogramm“ abspulte, wurde es in den zweiten 45 Minuten merklich emotionsreicher und auch lauter. Der Anpfiff der Partie wurde von einer kleinen Pyroaktion untermalt. Zu den Heimfans müssen an dieser Stelle keine Worte verloren werden.

Nach Abpfiff wurde die Mannschaft von den mitgereisten Anhängern, die die letzten Minuten der Partie zum Großteil auf den Zäunen des Stadions verbrachten, gefeiert. Während Team und Fans sich gegenseitig für das Pokalhighlight gegen die Scheisser heiß machten, freute sich Ivo Grlic über einen unserer Pokalschals. Als man sich nach dem Spiel gemeinsam und friedlich auf den Weg Richtung Busse machen wollte, gab es dann noch einen kurzen Aufreger mit den grünen Freunden. Nach kurzem Hin und Her machte man sich dann schließlich doch gemeinsam auf den Weg in heimische Duisburg wo man schließlich bereits um sechs Uhr wieder eintraf und so ganz entspannt die Planungen für den Abend in Angriff nehmen konnte.

 

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