Monthly Archives: August 2011

Bericht: MSV – Dresden (3:0)

Endlich der erste Dreier

Nachdem Tiefpunkt in letzter Minute auf dem Kiez war die Stimmung am Boden. Noch immer standen magere zwei Pünktchen auf dem Konto unserer Zebras. Schon vier Tage später ging es also um alles. Im Heimspiel gegen Dresden musste Freitags definitiv der erste Dreier der Saison folgen. Egal wie hoch – egal durch wen – egal wie schön. Ansonsten würde die Stimmung an der Wedau drohen zu Kippen. Da es gegen den Aufsteiger aus Dresden ging war aus Fansicht die Anspannung natürlich noch ein wenig höher als wenn 20 Mann aus Ingolstadt, FSV Frankfurt und Co den Gästeblock belagern würden. So traf ein Großteil der Szene trotz der nicht fanfreundlichen Anstoßzeit am Freitag um 16 Uhr herum am Container ein. Immer wieder von leichten Regenschauern begleitet machte man sich rund eine Stunde vor Spielbeginn dann auf zum gewohnten Standpunkt in der Nordkurve.

Insgesamt fanden fast 13.000 Zuschauer den Weg ins Wedaustadion – Jaja der fehlende Erfolg macht sich mal wieder bemerkbar… Von diesen 13.000 Fußballverrückten kamen knapp 1200 aus dem Osten ins Ruhrgebiet gereist. Beachtlich für diese Terminierung. All jene die am heutigen Tag den Weg ins Stadion fanden hatten zunächst wieder einmal extrem trockenes Zweitligabrot zu kauen. Fußballerisch grenzte die erste Hälfte beinahe an einen Offenbarungseid. Und dann passierte es doch. Branimir Bajic brachte unsere Zebras quasi mit dem Halbzeitpfiff nach einer Ecke mit 1:0 in Führung. Das erste Mal in dieser Spielzeit legten die Zebras vor und gerieten nicht ins Hintertreffen. Das gab scheinbar Selbstbewusstsein. In Hälfte zwei war bei weitem nicht alles Gold was glänzt aber trotzdem agierten die Meidericher wesentliche engagierte als in den Spielen zuvor. Am Ende stand ein deutlicher 3:0 Sieg auf der Habensseite. Stimmungstechnisch wusste die Nordkurve nur teilweise zu überzeugen. Es gab Phasen in denen es richtig laut wurde, aber auch leider auch viel zu viele Phasen in denen von einer echten Wand im Rücken der Zebras nicht die Rede sein kann.

Auf der anderen Seite konnte bei Dresden wie zu erwarten ein extrem hohe Mitmachquate vermerkt werden. Trotzdem hatten auch die Fans von Dynamo wohl nicht einen ihrer besten Tage erwischt an der Wedau. Zweimal allerdings wurde es einem beinahe warm ums Herz. Als sich vom Gästeblock endlich wieder der Geruch einer Pyroaktion im Stadion verbreitete. Zumindest die erste Einlage war ganz nett anzuschauen. Nach dem Spiel wurde mit den Spielern auf Tuchfühlung gegangen. Die ersten Punkte sind im Sack. Dies wurde mit einem krachendem Schreck vom Niederrhein, angeheizt von Florian Fromlowitz, noch einmal verdeutlicht. Alles in allem ein gelungener Tag ins Wochenende…

 

Bericht: St.Pauli – MSV (2:1)

Nackenschlag am Kietz – KO in letzter Sekunde

Das was die Zebras in dieser Saison bislang auf dem Rasen zelebriert haben, das darf ohne wenn und aber getrost auf schnellstem Wege vergessen werden. Zwei Punkte aus vier Partien. Das liest sich alles andere als rosig. Und dann sollte es in Runde Nummer fünf auch noch zum Spitzenreiter St. Pauli gehen. Die Kicker vom Kiez wollten den Platz an der Sonne mit einem Heimsieg natürlich unbedingt verteidigen. Zum ersten Mal in dieser Saison gingen unsere Zebras also als krasser Außenseiter in die Partie. Vielleicht würde einem diese Position ja besser stehen als die des haushohen Favoriten. „Praktischer Weise“ legten die Herren der DFL das Spitzenspiel mal wieder auf einen Montag. Was einen verbundenen Aufenthalt am Kiez für viele kategorisch ausschloss.

Auf verschiedenste Art und Weise machten sich dann aber doch zahlreiche Duisburger auf den Weg nach Hamburg. Gut 1400 MSV’ler füllten den Gästesektor am Millerntor mit den schönsten Farben Fußballdeutschlands. Und diese hatten ebenso wie die Elf auf dem Rasen einen ihrer besseren Tage erwischt. Nach der positiven Nachricht, dass alle Zaunfahnen etc. mit in das Stadion durften legte man einen recht ansehenlichen Auftritt auf das Parkett des Millerntors.

Akustisch wusste der Gästebereich immer wieder lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Vor allem nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichtreffer wurde es laut von Duisburger Seite. Als man auf den Rängen nach dem Platzverweis unseres Kampfgriechens Pliatsikas förmlich merkte, dass die Mannschaft jeden Gesang brauchen würde, unterstützte man das Team aus vollster Inbrunst. Dies schien auch tatsächlich zu helfen. Gemeinsam stämmte man sich gegen die anrollende Pauli-Offensiv-Welle der letzten Minuten. Bis zur 93 Minute blieb das Tor unserer endlich einmal kämpfenden Zebras verriegelt. Die Fans und vor allem Florian Fromlowitz stemmten sich mit allem was sie hatten gegen den drohenden Knock-out kurz vor Schluss. Allerdings gelang dies eben nur bis kurz vom der Ende. Der Abpfiff ertönte dann aber erst. als der Ball dann eben doch noch im Netz des MSV flatterte. 1:2! Ein absoluter Nackenschlag. Den verdienten Punkt gab es nicht zu feiern. Trotzdem wurde die sichtlich niedergeschlagene Mannschaft mit einem verdienten Applaus verabschiedet. Auf der Gegenseite schäumte die Freude nach dem Siegtreffer in letzter Sekunde natürlich über. Auch während des Spiels war der Anhang von der Kieztruppe immer mal wieder recht laut zu vernehmen. Eine gute Leistung, die aber sicherlich noch steigerungsfähig ist. Die Abendatmosphäre verlieh dem Ganzen auf den Rängen natürlich einen besonderen Flair . Nach dem erneuten Rückschlag machten sich die Zebras entweder direkt auf den Heimweg oder suchten die Flucht in einem oder mehreren Gerstensäften oder Schnäpsen. Man trank sich die Enttäuschung von der Seele. Und trotzdem bleibt nach diesem Spiel zumindest die Hoffnung, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist…

Bericht: MSV – Hansa Rostock (0:0)

Bevor wir auf das heutige Spiel eingehen, lohnt es sich vielleicht ein Vergleich zur Vorsaison zu ziehen. Zum Zeitpunkt des 3. Spieltags hatten die Zebras bereits 9 Punkte auf dem Konto und begeisterte Duisburg und teile Fußball-Deutschlands mit offensivem, kampfbetontem und herzerfrischendem Fußball, trotz erneuter Zu- und Abgänge im zweistelligen Bereich.
Heute haben wir 1 mageres Pünktchen auf dem Konto und Teamspirit und Offensivgeist lässt sich vergeblich suchen an der Wedau.
Zu allem Überfluss hatten wir es heute mit Aufsteiger Rostock zu tun, mit dem man sich in der Vergangenheit immer schwer getan hatte. Aus Fansicht ist es natürlich eines der Heimspiele, auf die man sich besonders freut. Ein voller und gut aufgelegter Gästeblock waren in den letzten Jahren stets garantiert, wenn die Hansa im Pott vorbeischaute.
Nachdem wie üblich am Container die Gruppe vollzählig auflief, enterte man den geliebten Stimmungsblock in der Nordkurve. Es war klar, dass heute die Nordkurve mehr denn je die Mannschaft durch Lautstärke in dieser bereits nicht einfachen Phase beflügeln muss.
In den ersten 15 Minuten klappte dies auch, jedoch ließ der Stimmungspegel recht schnell nach und verzeichnete bis zum Halbzeitpfiff keine Aufschwünge mehr. Optisch war´s ganz okay, aber die Stimmung passte sich dem erneuten Grottenkick unserer 11 nahtlos an.
Und nach weit über einem Jahr war es dann soweit: Der Duisburger verlor die Geduld und begleitete die Mannschaft mit deutlichen Pfiffen in die Kabine. Die Meidericher wirken einfach verkrampft, nicht eingespielt, und sind überwiegend darauf bedacht, zunächst hinten sicher zu stehen (was auch durchwachsen gelingt!).
Als der Schiri die 2. Halbzeit anpfiff, dachte man sich im Stimmungsblock: Trotzreaktion zeigen! Sofort konnte auch der Oberrang zum Abgehen animiert werden und man erreichte bis Minute 65 einen ordentlichen Geräuschpegel. Selbst unsere Mannschaft spielte nun so, wie es sein sollte: den Gegner unter Druck setzen und auf Sieg spielen! Leider hielt diese aufkommende Euphorie nur bis zum besagten Zeitpunkt an, ehe Stimmung und Spiel wieder gleichermaßen abflachten. Endergebnis: Wieder 0:0!
Zu den Gästen: der Großteil der Suptras erreichte unseren Ground erst zur zweiten Hälfte.
Wie zu erwarten konnte der Gästepöbel dann auch oft mit recht lauten Gesängen und guter Mitmachquote überzeugen.
Nächste Woche geht´s zum beschissenen Montagstermin an den Hamburger Kiez zum unkultigsten Klub aller Zeiten. Die Aussicht, von dort etwas Zählbares mitzunehmen, scheint gen 0 zu gehen. Und das am 5. Spieltag…

Scheiß St. Pauli!

 

Bericht: FSV Frankfurt – MSV (0:0)

Nach einem wirklich verpatzten Saisonauftakt (Niederlagen gegen Karlsruh´ und Cottbus) gelang es unserer Mannschaft am vergangenen Wochenende den ersten Pflichtspielsieg einzufahren, als man im DFB Pokal die Babelsberger mit 2:0 glanzlos schlagen
konnte.
Nun hoffte der Zebraanhang auch mal wieder im Ligabetrieb drei Punkte mitzunehmen. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…
Am frühen Sonntagmorgen traf sich die gewohnt motivierte Gruppe am Hauptbahnhof um per Bus gen Frankfurt zu düsen. Im Gepäck neben den üblichen Getränken natürlich jede Menge gute Laune und Vorfreude auf den doch sehr schmucken Bornheimer Hang zu Frankfurt.
Da der Fahrer unseres Gefährts nur 500 Meter vor dem Stadion leicht die Orientierung verlor und die Busbesatzung quer durch Bornheims Gartenanlagen manövrierte, um dann ein riesen Wendemanöver hinzulegen, erreichten wir den Ground erst eine halbe Stunde vor Anpfiff.
Doch schnell wurde der Zaun um einige schöne Zaunfahnen bereichert und so konnte man nicht einen einzigen nicht-beflaggten Bereich mehr erkennen. So muss das sein, Duisburg macht in der Hinsicht weiter Fortschritte!
Das Spiel ist schnell erzählt. In Halbzeit 1 gab es noch Chancen hüben wie drüben, ehe man in Halbzeit 2 eines der schlechtesten Spiele seit langer Zeit ertragen musste. Vom so temporeichen und herzerfrischenden Fußball der letzten Saison ist bei unseren Zebras absolut überhaupt nichts mehr zu sehen. Daran muss sich (leider) auch ein Duisburger wieder dran gewöhnen. So endete das Spiel völlig verdient mit einem torlosen Remis.
Die Stimmung wusste im mit 1000 Mann gefüllten Gästeblock gerade in der ersten halben Stunde sehr zu gefallen, konnte man doch u.a. durch einen brachialen Schreck vom Niederrhein überzeugen.
Doch der zunächst gut aufgelegte Gästeblock ließ passend zum trostlosen Kick unserer Mannschaft mehr und mehr nach. Man konnte keine weiteren nennenswerten Impulse in Richtung rasen senden. Nach Abpfiff wurde das Team mit einer Mischung aus verkrampftem Beifall und vermehrten Pfiffen verabschiedet. Sollte nächste Woche gegen die Hansa aus Rostock nicht gewonnen werden, ist die erste Krisenstimmung an Rhein und Ruhr vorprogrammiert…