Monthly Archives: November 2011

Bericht: Aue – MSV (1:2)

Erster Auswärtsdreier

Was war das am vergangenen Spieltag Balsam für die arg gebeutelte Duisburger Seele. Mit 3:0 konnte der überraschend starke Aufsteiger aus Braunschweig in die Schranken gewiesen werden. Daniel Brosinski mutierte zum Torheld und Felix Wiedwald im Tor standen stellvertretend für den neue, ganz zarte Aufbruchsstimmung an der Wedau.
Der nächste Gegner sollte nun Erzgebirge Aue heißen. Ein jeder Kenner der 2. Spielklasse weiß, wie schwierig es für jeden Gegner ist im Erzgebirgsstadion zu bestehen. Und letztlich wollte man dem Braten des vergangenen Sieges noch nicht so recht trauen, schließlich kannte man die Situation eines 3:0 Heimerfolges (daheim gegen Dresden) aus dieser Saison, und jeder Duisburger wird schmerzlich in Erinnerung haben, welch desaströse Talfahrt im Anschluss folgte.
So machte sich am Freitagmorgen ein voller 50er Szenebus mit gemischten Gefühlen auf in Richtung Tschechische Grenze. Die Hinfahrt über spektakulär heruntergekommene Ostblock-Dörfer verlief sehr entspannt und man erreichte den Ground eine gute Stunde vor Anpfiff.
Nachdem der hungrige Magen mit der allseits bekannten örtlichen Köstlichkeit gestärkt wurde, galt es nun, mit 120 Mann im Gästeblock für wenigstens annehmbare Atmosphäre zu sorgen. Dazu bereitete unsere Gruppe ein kleines Intro bestehend aus großen Bannern und vielen kleineren Schwenkfahnen dahinter vor. „Aufholjagd starten – Alle für einen Verein!“ lautete unsere klar verständliche Message.
Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, da Soares bereits nach 5 Minuten das Tor traf. Wieder ein Frühstart? Denkste, der Schiedsrichter entschied auf Foulspiel. Doch nur 10 Minuten später konnte Kopfballungeheuer Brosinski seinen 3. Treffer innerhalb von 2 Spielen markieren. 1:0 Führung!
Lange durften wir uns allerdings nicht über den schön herausgespielten Führungstreffer freuen, da der Gastgeber bereits in Minute 20 den Spielstand ausglich. Es folgte ein recht munterer Schlagabtausch auf beiden Seiten, doch bis zur Pause blieb es beim 1:1.
Zum Anpfiff der 2. Halbzeit stieg eine Vielzahl von blauen Luftballons über dem Gästeblock empor und auf ging es in die entscheidende Phase des Spiels. Hierbei sollte der in der 62. Minute eingewechselte Maurice Exslager die entscheidende Rolle spielen. Zunächst vergab er kurz vor Schluss eine Riesenmöglichkeit, welche wohl den Sieg für Meiderich bedeutet hätte. Als alles nach einer Punkteteilung aussah, trauten wir unseren Augen kaum, als Aue – Keeper Männel in der Nachspielzeit am Ball vorbeitritt und eben jener Exslager frei vorm Tor zum Siegtreffer einnetzen konnte. Und ab dafür. Völlige Exstase, der halbe Gästeblock auf dem Zaun, Auswärtssieg in letzter Sekunde! Was gibt’s schöneres? Eine Mannschaft, die es vor 4 Wochen nichtmals schaffte, den Viertligisten Holstein Kiel aus dem Pokal zu kicken, holt nun den Überraschungssieg in Aue.
Wahrlich eine Achterbahnfahrt vom aller Feinsten welche sich in den letzten Wochen abspielte.
Die Aufholjagd in Richtung Tabellenmittelfeld scheint tatsächlich gestartet zu sein – mit 7 Punkten aus den letzten 3 Spielen.
Als sich die Mannschaft den verdienten Applaus beim mitgereisten Anhang abholte, präsentierten wir noch ein letztes Spruchband. Die Aufforderung darauf sollte mehr als verständlich sein.
Es gilt nun, dem Überflieger aus der südlichen Nachbarstadt im nächsten Spiel Paroli zu bieten.
Die Mannschaft befindet sich pünktlich zum Derby im Aufschwung. Nun müssen wir auf den Rängen versuchen, gemeinsam die Mannschaft zum Sieg gegen die Fortuna zu schreien.

Auf geht’s Duisburg, kämpfen und Siegen!

Bericht: MSV – Braunschweig (3:0)

Erster Befreiungsschlag

Was sind das zur Zeit für turbulente Wochen an der Wedau. Nachdem die Trainerfrage endgültig mit der Personalie Oliver Reck bestimmt wurde, tobt im Hintergrund ein Machtkampf zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Positiv ist immerhin der Trend in den lokalen Medien, die finanziell mehr als bedrohliche Situation des Vereins allmählich publik zu machen. Hier muss aber trotzdem noch einiges passieren.
Nun zum Sportlichen. Kurz vor Anpfiff erreichte die Fanlandschaft eine Meldung, welche durchaus für Aufsehen sorgte. Florian Fromlowitz, bis dato Stammkeeper in Meiderich, wurde von Neu-Coach
Reck auf die Bank verbannt. Unerklärlich jedoch Fromlowitz` Reaktion. Dieser sei mental nicht in der Lage gewesen, auf der Bank Platz zu nehmen und wohnte dem Spiel nichtmals auf der Tribüne bei.
Ganz schwach! So Spieler können wir im Abstiegskampf garantiert nicht gebrauchen. So erhielt also Felix Wiedwald erstmals die Chance, sich von Anfang an zu beweisen.
Zum Intro des Spiels gab es im Stimmungsblock eine sehr feine Aktion zu bestaunen. Dicht an dicht ragten Herzen sowie MSV-Logos aus Papptafeln in den Abendhimmel. Abgerundet wurde das Ganze durch das Spruchband „I love MSV“. Im weiteren Spielverlauf gab es mehrere Transparente, welche
auf die zahlreichen internen Missstände des Vereins hinwiesen.
Das Spiel begann mit einem mittlerweile völlig ungewohnten Szenario. Unserem geliebten Spielverein ist es durch Brosinski tatsächlich gelungen, bereits in Minute 11 in Führung zu gehen. Ein so eminent wichtiger Treffer, der zeigte, dass ab jetzt viele Blockaden gelöst werden konnten. Brosinski höchst persönlich sorgte nach einer halben Stunde mit einem sehr sehenswerten Treffer gleich für das 2:0. In den Gesichtern des mit über 11.000 Mann gefüllten Rundes konnte man eine Mischung aus Verwunderung und Erleichterung erkennen. Wir schreiben Spieltag 15 und es ist uns erstmalig in dieser Saison gelungen, mit einer Halbzeitführung in die Kabine zu gehen.
Nach dem Seitenwechsel zeigten die Gäste aus Niedersachsen ein anderes Gesicht und stürmten zielstrebig auf unser Tor, doch mit Kampf, etwas Glück und Felix Wiedwald im Tor gelang es unserer Mannschaft, der Drangphase der Gäste zu trotzen. Pamic erzielte in Minute 86. im Gegenzug das
Tor zum 3:0 Endstand. Endlich mal wieder ein geiles Gefühl!
Unsere Nordkurve zeigte sich heute mit viel Licht und Schatten. Stieg der Oberrang in die Gesänge ein, konnte eine beachtliche Lautstärke erreicht werden. Zwischendurch war es aber einfach zu lethargisch, was selbst aus dem Stimmungsblock ausgerufen wurde. Am Ende konnte natürlich aufgrund des grandiosen und ungewohnten Spielverlaufs ausgiebig gefeiert werden.
Der Gast aus Braunschweig, welcher den Gästeblock mit knapp 1000 Mann bevölkerte, legte bis zum 2:0 einen akustisch ordentlichen Auftritt aufs Parkett. Nach dem 2:0 jedoch fiel nur noch eine hübsche Schalparade in Halbzeit 2 auf.
Als nächstes steht das Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue an, und das an einem Freitagabend bzw. Nachmittag. Auch wenn wir in dieser Saison größtenteils von so schrecklichen Terminierungen verschont geblieben sind, müssen wir nochmals festhalten: Freitags 18:00h ist einfach zum kotzen!

Bericht: Aachen – MSV (2:2)

Zum sterben zu viel zum Leben zu wenig ….

In der Woche vor unserem Gastauftritt bei der Alemania aus Aachen war in der Öffentlichkeit vermehrt die Sprache von einem Endspiel im Abstiegskampf. Und das am 14 Spieltag. Traurig aber wahr. Die blutleeren Auftritte unserer Zebras zum Saisonbeginn hatten uns tief in den Tabellenkeller gerissen. Und trotzdem hatte man sich als Szene vorgenommen der Mannschaft in Aachen einen weiteren Kredit zu gewähren. Zumindest der Kampf hatte gegen 1860 am Vorspieltag gestimmt. Das gab Grund zur Hoffnung. Hoffnung die bei zahlreichen Zebras trotz der katastrophalen Realität in der Tabelle Reiselust zu wecken schien. Durchaus gefördert durch die günstigeren Eintrittspreise sollte schließlich der 3000-Menschen fassende Gästebereich am Aachener Tivoli bis auf ein paar ganz wenige Plätze von Zebras rappelvoll gefüllt werden. Während man sich als Szene um 9:36 Uhr geschlossen mit einem RE auf den Weg an die holländische Grenze machte, reisten außerdem ein Sonderzug und zahlreiche Busse und Autos nach Aachen. Rund eine Stunde vor Anpfiff dieser so wichtigen Partie traf man schließlich im Gästesektor des neuen Tivolis ein. Dass hier vom Charme der alten Aachener Spielstätte rein gar nichts mehr übrig geblieben ist, dass wusste man ja bereits aus den Gastauftritten den letzten beiden Jahre. Und diesen Eindruck bestätigte die Aachener Anhängerschaft auch heute wieder eindrucksvoll. Abgesehn davon, dass unter den 32.000 Anwesenden die gefühlte Hälfte wohl noch nie eine Fußballpartie im Stadion mitverfolgt hatte präsentierte sich auch die Aachener Kurve wieder einmal schwach. Abgesehen von den letzten fünf Minuten wo es zum ersten Mal laut wurde auf der Heimseite, kam wenig an bei den Ohren im Gästeblock. Die Aachen Ultras zogen ihr Ding oben in der Ecke durch ohne sich auch nur Ansatzweise Gehör zu verschaffen. Wenn denn mal was kam, dann war dies dem Bereich der Karlsbande im Stehrang zuzuordnen. Im Gästebereich legte man zu Spielbeginn verhältnissmäßig gut los. Im warm-up war gesangstechnisch aufgrund der viel zu lauten Musik im Stadionprogramm zwar nicht viel zu höhren, als der Schiri die Begnung dann aber anpfiff wurde schnell klar dass auch der Sitzplatzbereich heute motiviert war. In den ersten Minuten hatte man die Sache hier im Griff. Spätestens der Schreck vom Niederrhein war für alle Stitzer genug auf ihre Plätze zu scheißen. Aber dann sollte es mal wieder passieren. In der sechsten Spielminute gab es mal wieder einen dicken Schlag in die Fresse. Hatten unsere Kicker wirklich gut in die Partie gefunden führte ein dicker Schnitzer nach einer Ecke mal wieder zum Gegentor. 0:1 nach wenigen Minuten das kennt man ja bereits. In der Folge mussten sich sowohl die Zebras auf dem Rasen als auch auf den Tribünen erst einmal davon erholen. Erst ab Mitte der ersten Hälfte hallten die MSV-Gesänge wieder mit guter Lautstärke durch den Tivoli. Angetrieben davon schaffte der MSV den Ausgleich. Der MSV war wieder da. Und wie. Mitte der zweiten Hälfte ging man sogar in Führung. Hatte man sich bis dahin zwischendurch immer Mal wieder Gehör verschafft, wurde es nach dem 2:1 emotional und euphorisch wie lange nicht mehr. Leider nur für 67 Sekunden. Denn dann folgte wieder einer der bereits angesprochenen Schläge in die Fresse. Es paste genau ins Bild. Wir waren grade mal wieder obenauf da führen Unvermögen und Pech auf dem Rasen dazu, dass die Gastgeber aus Aachen durch ein extrem glückliches Tor zum 2:2-Ausgleichen konnten. Der Schock saß ersteinmal. Zwei, drei Mal peitschte man die Mannschaft noch an, im Endeffekt aber war die Enttäuschung zu groß. Der Fußballgott meint es in dieser Saison ganz offensichtlich nicht gut mit uns. Was bleibt ist ein Punkt, ein Auftritt, bei dem man ab und zu sein Potenzial ausschöpfen konnte, und vor allem die Hoffnung, dass die Mannschaft doch noch Fußball spielen kann, die Hoffnung darauf, dass man gemeinsam wieder aus dem Dreck da unten rauskommt… Und dafür kommt am Freitag nach der Länderspielpause ins Wedaustadion. Der MSV kann im Moment wirklich jedes Zebra gebrauchen!