Monat: November 2012

Bericht: MSV – Union Berlin (1:2)

Erst 12 Minuten schweigen, dann 78 Minuten kotzen…

Es waren mal wieder englische Wochen und so kam es, dass man am vergangenen Mittwoch die Union aus Berlin an der Wedau empfing. Zu diesem Ereignis fanden sich ca. 8500 Zuschauer, zu der mehr als beschissenen Anstoßzeit, im Stadion ein.

Das Spiel an dieser Stelle noch einmal ausführlich Revue passieren zu lassen, würde mir nur wieder die Galle hochkommen lassen. Daher hier das Wesentlichste:
Fußballerisch konnte man bei dieser Partie sicher nicht von einem Leckerbissen sprechen. Und auch der allgemeine Auftritt der Jungs im blau-weißen Trikot war alles andere als berauschend. Ein Eigentor, ein lächerlich verteidigtes Gegentor und ein glücklicher Anschlusstreffer in den letzten Minuten sprechen da wohl für sich. Anders als gehofft haben scheinbar immer noch nicht alle Spieler verinnerlicht wie es zur Zeit um unseren Verein steht und was man von ihnen erwartet und vor allem erwarten kann! Zumal die Berliner an diesem Tag sicherlich auch nicht unschlagbar gewesen wären.
Erfreulicheres dagegen auf Fanseite! Zu Beginn der Partie schlossen sich sowohl Heim-, als auch Gästekurve dem bundesweiten Stimmungsboykott in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden an. Frei nach dem Motto „Ohne Stimme keine Stimmung“! Dies gelang in der Durchführung an sich auch ganz gut. Die Nordkurve präsentierte am Zaun während der Stille ein Spruchband. Nach Ablauf der Frist dann die Stimmungsexplosion in Form von vielen Schwenkern, Doppelhaltern, Gesängen und einer großen Blockfahne. Das richtige Zeichen wurde hier gesetzt! Auch die Unioner sind für ihren Auftritt zu loben. So positionierten sie sich GESCHLOSSEN hinter einem entsprechenden Banner am oberen Eingang des Gästeblocks und stürmten diesen erst in der 13. Minute. Eine gelunger Einstand! Während des Spiels präsentierte man weitere Spruchbänder zu dieser Thematik im Stimmungsblock. Ein schönes Statement wurde auch durch einige Echos zwischen Heim- und Gästefans gesetzt. „Scheiß DFL!“ – versucht ruhig unseren Sport zu töten, aber wir werden es niemals zu lassen!

Bereits am Sonntag treibt uns der Spielplan nach Ostwestfalen. An der Pader geht es zu dem derzeitigen Tabellenneunten. Obgleich es der Haufen momentan nicht verdient hat, werden sie uns einmal mehr brauchen. Unsere Stimme sei ihnen nach 12 Minuten gewiss – vorher gilt es wieder Verband und Liga ein Zeichen zu setzen!

Lasst uns alle an einem Strang ziehen!

Bericht: St.Pauli – MSV (4:1)

Neunmal Hui, einmal Pfui

Am vergangenen Wochenende stand eine ganz besondere Auswärtstour auf dem Programm: da unser Meidericher Spielverein am Sonntag bei den Kiezkickern ran musste, pilgerten viele Duisburger bereits 1-2 Tage früher in die Hansestadt. Darunter auch die illustre Busbesatzung, die sich bereits einen Tag vor dem Spiel aufmachte, um Geschichten zu schreiben, welche man auch noch als rüstiger Rentner seinen Enkelkindern erzählen kann – aber besser nicht sollte!

Feuchtfröhlich machte man sich morgens auf den Weg gen Norden. Am Zielort angekommen, wurden zunächst die Taschen in die Zimmer geworfen. Hierbei machte man auch schnell erste Bekanntschaft mit den Nachbarn, welche scheinbar Probleme mit der Nikotinzufuhr auf dem Vordach hatten. Nachdem man sich davon den Genuss der ein oder anderen Zichte aber nicht vermiesen lies, zog man auch direkt in die Hotelbar um. Dort wurden einige Biere vernichtet und Spiele geschaut, ehe man sich mit anderen Duisburgern in einer Pinte nahe der Herbertstraße traf. Als die Jukebox fast schon zu rauchen begann, versammelte man sich mit dem Großteil der angereisten Ruhrpottler im Pub. Oberkörperfreie Bühnenbegehung inklusive. So verging die Zeit wie im Fluge, ehe es auffiel! Ach du grüne Neune, einer unserer Recken war bereits seit geraumer Zeit aus dem Sichtfeld verschwunden! Doch keine Sorge, noch bevor man sich später auf das improvisierte „Kopfkissen“ (bestehend aus einem in ein Handtuch gewickelten Rucksack) bettete, tauchte er auch sichtlich erleichtert wieder auf. Obgleich es keine Kegeltour war, bleibt mir an dieser Stelle nur noch zu sagen: alle Neune! Da hat jemand verinnerlicht IMMER alles zu geben!
Den Spieltag begann man mit einem flüssigen Frühstück. Anschließend enterte man den mit rund 2500 Angereisten Fans gefüllten Gästesektor. Über das Spiel gibt es wesentlich weniger zu sagen als zu der Tour. Das eindeutige Ergebnis spricht wohl für sich. Auch die Gelb-Rote von Pamic war in gewisser Weise bezeichnend für den Duisburger Auftritt. Das Auftreten des blau-weißen Anhangs richtete sich mal wieder nach dem Schauspiel auf dem Platz. So gab es zwar einige positive Akzente, doch zur Zeiten der drohenden Insolvenz, fragwürdigen Sicherheitspapieren und einer klaren Klatsche ist wohl nicht jedem zum Jubeln zu Mute.

Bereits am Mittwoch steht die nächste Partie an. Dieses Mal kommen die Eisernen von Union zu Besuch ins Wedaustadion. Drücken wir alle die Daumen, dass unsere Mannschaft die drei Punkte einfahren kann, um endlich aus den Regionen des Tabellenkellers zu entkommen.
An dieser Stelle möchten wir noch einmal all jenen danken, welche diese Fahrt so besonders gestaltet haben. Sei es der gierige, schmierige Schwieger**** oder der Kartoffelmann! Die Neun steht bis in alle Ewigkeit!

Bericht: MSV – Aue (2:1)

Der erste Heimsieg!

Zu Zeiten von DFL-Sicherheitspapieren und drohenden Insolvenzen könnte man schon fast das wesentliche vergessen: den Fußball! Doch war es eben dieser, welcher am vergangenen Sonntag gut 10000 Zuschauer an die Wedau trieb – darunter knapp an die 200 angereisten Ossis aus dem Erzgebirge.

Vor dem Spiel gab es jedoch zunächst eine Protestaktion mit Banner vor der Haupttribüne, welche sich auf die etwaige Machtverschiebung innerhalb unseres Vereins bezog. Hierbei bleibt klar die Nachricht „Der e.V. ist der Verein!“.
Anschließend machte man sich auf in die Heimkurve, wo man auf eine Fortsetzung des leichten Aufwärtstrends der letzten Woche hoffte. Gleich von Beginn an schienen die Meidericher dieses mal begriffen zu haben, dass man es wieder über den Kampf richten muss. Dies gelang auch über große Strecken, wobei ansehnlicher Fußball mehr als einmal auf der Strecke blieb. So konnten unsere Jungs zwar zunächst in Führung gehen, ehe den Gästen noch vor der Pause der Ausgleich gelang. Ohne unseren Mann zwischen den Pfosten, hätte es zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon etwas schlechter für uns ausgesehen! Nach Wiederanpfiff dann die Verletzungen von Sukalo, Hoffmann und da Silva. Ahnte man aus Duisburger Sicht hier bereits schon das Schlimmste, sollte man jedoch wenige Augenblicke später beruhigt werden, als Brandy zur erneuten Führung einnetzte! Damit war der Endstand erreicht, jedoch nicht ohne einen hohen Preis zu bezahlen! Nebst den drei (verletzt) ausgewechselten Spielern, brach sich unser sicherer Rückhalt Felix Wiedwald einen Mittelhandknochen. An dieser Stelle wünschen wir eine schnelle Genesung und gute Besserung!
Die Stimmung war an diesem Tag einmal mehr äußerst schwankend und erst nach der erneuten Führung wieder angemessen. Zudem lies es sich die Nordkurve nicht nehmen, dass ein oder andere Spruchband zur momentanen Entwicklung innerhalb unseres Vereines zu präsentieren. Aus dem Gästesektor war bei so einer geringen Anzahl natürlich nicht viel zu hören.

Durch den ersten Heimsieg der Saison schafften unsere Zebras erstmals den Sprung weg von einem direkten Abstiegsplatz! Hoffen wir, dass sich dieser Trend auch am nächsten Sonntag fortsetzt, wenn es zu den Gegnern ans Millerntor geht. Auf eine zahlreiche Unterstützung, welche unsere gestreiften Mannen dieser Tage sicherlich benötigen, hoffen wir sehr! Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen! Wir sehen uns in der Hansestadt!