Monat: Oktober 2013

Bericht: VfB Stuttgart II – MSV (1:1)

Zebras treten weiter auf der Stelle

Eine ziemlich stressige Woche lag aufgrund der mittlerweile bundesweit bekannten Ereignisse im Anschluss an das vergangene Heimspiel hinter uns. Viele Gespräche und Aufarbeitung waren angesagt. Endlich stand am Wochenende wieder der Fußball im Mittelpunkt. So machte sich ein mehr als voller 75er-Bus gespickt mit der „Szene Duisburg“ auf in die Baden-Württembergische Landeshauptstadt. Das Motto der Tour lautete: „In Stuttgart ist Maskenball!“ So wurde auf der Hintour ein schickes Mobfoto vor dem Sinsheimer Kommerztempel des Hoppenheimer Sonnengotts geschossen. Auf dem Foto verirrten sich bekannte Größen wie Silvio Berlusconi oder Vertreter des klassischen Karnevals aus Venedig.
Wir erreichten das Stuttgarter Waldaustadion, die eigentliche Heimat der Stuttgarter Kickers, bei herrlich spätsommerlichem Wetter gute zweieinhalb Stunden vor Anpfiff.
So enterte die PGDU samt weiterer Gruppen den überdachten Bereich des Gästeblocks und der Zaun wurde in Handumdrehen in eine Duisburger Fahnenwand verwandelt. Der Mob zeigte sich beim Warm-Up bereits hochmotiviert!
Die Partie begann vor 1.200 Zuschauern (darunter genau die Hälfte aus Duisburg) ziemlich ereignisarm, ehe Wolze in Minute 17 einen Konter der Stuttgarter Zweitvertretung per Foulspiel unterband. Der darauffolgende Freistoß landete zum Entsetzen der 600 Zebras in unserem Tor. Doch die Meidericher schüttelten sich kurz und übernahmen ab dem Gegentreffer die Initiative, was schon in der 32. Minute belohnt wurde. Ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Feisthammel traf mit einem Schuss von der 16er-Kante zum Ausgleich! Das war doch mal eine gelungene Reaktion. Mit dem Remis ging es auch in die Kabinen.
In der zweiten Hälfte verpassten es unsere Kicker bedauerlicherweise, dem Gegner den Todesstoß zu verpassen. Zu viele gute Torschuss- und Kontermöglichkeiten wurden liegen gelassen. Sehr schade, dass erneut 2 Zähler liegen gelassen wurden. So dümpelt man weiter im Niemandsland der Tabelle herum.
Die Stimmung in unseren Reihen entfaltete sich wie erwartet, wenn 2 Stimmungsblöcke kaum miteinander singen. Richtig laut wurde es selten, in unserem Block verflachte die Stimmung besonders in Halbzeit 2. Da muss sicherlich demnächst mehr kommen. Jedoch konnte durchweg ein bestimmter Lärmpegel gehalten werden.
Die Rückfahrt gestaltete sich nochmal ereignisreich. Nach einem etwas „lauteren“ Auftritt in einem bekannten Fast-Food-Unternehmen wurde unser Bus in Darmstadt mal eben zur Vollkontrolle von den Cops rausgezogen. Doch da einem Duisburger nie die gute Laune vergeht, wurde die Party eben am Polizeirevier fortgesetzt. Anschließend erhielten wir die restlichen 250 Kilometer bis zur Heimat eine nette Eskorte, wobei jede Ausfahrt vom Freund und Helfer blockiert wurde. Auch mal eine neue Erfahrung. Gegen Mitternacht erreichten wir endlich unsere Heimatstadt.
Um die „Stuttgarter Wochen“ abzuschließen, empfangen wir am kommenden Spieltag die Stuttgarter Kickers. Lasst den guten Zuschauerschnitt nicht abreißen und kommt ins Wedaustadion! Der MSV braucht unsere Unterstützung!

Bericht: MSV – 1. FC Saarbrücken (3:3)

Erneut Punkte liegen lassen

An diesem 13. Spieltag gastierte das Team unseres ehemaligen Pokalfinal-Trainers Milan Sasic an der Wedau. Ein Dreier sollte her gegen eine stark abstiegsbedrohte Mannschaft aus dem Saarland. Doch das Thema „Abwehrverhalten“ legten unsere Kicker ab Beginn der zweiten Hälfte zur Seite. Fürchterlich, wie man sich gegen so eine Gurkentruppe vor heimischen Publikum 3 Buden einschenken lassen kann,
und das nach einer komfortablen und verdienten 2:0 Pausenführung. Die 12.764 Zuschauer konnten jedoch ihren Augen nicht trauen, als selbst nach der 3:2 Führung durch Kevin Wolze die Saarbrücker in Minute 80 tatsächlich nochmals ausgleichen konnten. Mit dieser Inkonstanz hat unsere Mannschaft zurzeit keinerlei Ansprüche auf die oberen Tabellenplätze. Ganz einfach!

Wir läuteten das Spiel mit einem Transpa zu vereinsinternen Problematiken ein. Darin fordern wir nochmals alle an der Rettung des MSV beteiligten Akteure dazu auf, einzig und allein für den Spielverein, und nicht aus egoistischen Hintergründen zu handeln. In der ersten Viertelstunde kam die Nordkurve gut aus den Startlöchern, aber auch der knapp 600 Mann starke Auswärtspöbel, welcher zum Intro ein wenig Pyro zeigte, konnte sich 1-2 Mal bei uns Gehör verschaffen. Nach unseren beiden Toren verstummte der Gästesektor zum Großteil, aber auch die Lautstärke in der Nordkurve ließ seltsamerweise trotz des guten Spielverlaufs teilweise zu wünschen übrig.
In Halbzeit 2 gab es keine nennenswerten Ausreißer nach oben oder nach unten, sodass man am Ende von einem durchschnittlichen Auftritt sprechen kann.

Nach dem Spiel gab es bekanntlich einen Zwischenfall hinter der Nordkurve. Für weitere Hintergrundinformationen dazu legen wir euch unsere Stellungnahme ans Herz.

Stellungnahme zu den Vorfällen nach dem Saarbrücken-Spiel

Eigentlich sind wir keine Freunde von großen öffentlichen Stellungnahmen, doch die gestrigen Geschehnisse sowie vor allem das Echo danach, lässt uns keine andere Wahl.
Um jedoch den Gesamtzusammenhang nachvollziehen zu können, warum es nach Abpfiff des Spiels auf dem Parkplatz des Wedaustadions zu kurzen Auseinandersetzungen innerhalb der Duisburger Fanszene gekommen ist, müssen wir auf den Sommer 2012 zurückschauen.

In diesem besagten Sommer gab es eine interne Umstrukturierung in den Reihen der Kohorte Duisburg. Diese Gruppe entschied sich dazu, sich fortan bei Spielen unseres MSV u.a. optisch gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen, den spielbezogenen Support zu verlassen, um ein völlig eigenes, „kreatives“ Liedgut, einzig begrenzt auf den Stimmungsblock der Duisburger Nordkurve durchzusetzen, sowie auf gemeinsame Auswärtstouren in Form der Anreise mit dem Zug zu verzichten. Dass man all diese Vorgehensweisen, sich von der restlichen Szene abzukapseln, durchziehen wollte, ohne das große Spektrum der Nordkurve und damit der aktiven Szene hinter sich zu haben, sollte sich nun, am 19. Oktober 2013, rächen.
Wir als PGDU entschieden uns in jenem Sommer 2012 nach intensiven Gesprächen mit der Kohorte, diesen Weg nicht mitgehen zu wollen. Uns ging es dabei nicht um den antirassistischen Grundkonsens, sondern um den für uns nicht akzeptablen Umgang mit dem Liedgut und den vielen weiteren MSV-Anhängern. Wir verstehen uns als Motor einer Kurve, der versuchen muss, einen guten Kompromiss zu finden zwischen dem Ausleben eigener Gruppenideale, sowie dem Einbeziehen einer möglichst großen Masse von Fans bei grundlegenden Themen wie die Art des Supports oder Auswärtsfahrten. Zudem gehört für uns ein gesunder „Pöbelfaktor“ zum Fußball dazu. Natürlich steht die Unterstützung der eigenen Mannschaft im Vordergrund. Doch verbale oder auch optische Provokationen in Richtung der gegnerischen Fanszene gehören für uns ebenso zur Duisburger Mentalität, was im Übrigen auch von einem Großteil der weiteren aktiven Gruppierungen in Duisburg so getragen wird. Kohorte jedoch betrachtet dies seit geraumer Zeit völlig anders.

Nach über einem Jahr erklärt es sich fast von selbst, dass beim Aufeinandertreffen zweier ziemlich unterschiedlicher „Ideologien“ szeneinterne Reibereien stattfanden. Vor einigen Wochen gab es ein, vermutlich letztes, Aufbäumen aller aktiven Gruppen in Form eines „runden Tisches“. Bei diesem Treffen wurden grundlegende Absprachen getroffen, welche für die gesamte Szene bindend sein sollte. Die Kohorte verletzte diese Absprachen, indem beim
gestrigen Heimspiel ein Spruchband, welches der Braunschweiger Ultràszene gewidmet war, gezeigt wurde, um sich klar zu kurveninternen Differenzen der Braunschweiger Ultràszene zu positionieren. Wir halten es für höchst problematisch, sich als externe Ultràgruppe zu einem Konflikt einer anderen Szene zu positionieren, da die genauen Problemursachen von außen niemals zu 100% ersichtlich sind. Ergo sollte man sich aus diesen Sachen einfach raushalten. Da die Gemüter durch das Zeigen dieses Banners und dem damit verbundenem Wortbruchs des runden Tisches auch bei anderen Gruppen erhitzt waren, entluden sich nach dem Spiel die Emotionen in Form einer kurzen Auseinandersetzung zwischen der Kohorte und Teilen anderer Gruppierungen. Wir als PGDU beteiligten uns ausdrücklich nicht an dieser Auseinandersetzung. Wenige vereinzelte Mitglieder von uns standen höchstens in unmittelbarer Nähe zum Geschehen, wurden jedoch nicht handgreiflich.

Am darauffolgenden Tag überraschte uns die Stellungnahme der Kohorte auf ihrem Stimmungsblock-Blogspot. Dort ist zu lesen, dass rechte bzw. rechtsoffene MSV-Fans, darunter Mitglieder unserer Gruppe, die Kohorte auf dem Parkplatz des Wedaustadions attackiert haben solle. Zum einen ist diese Äußerung inhaltlich falsch, da, wie oben bereits erwähnt, niemand der PGDU an körperlichen Auseinandersetzungen beteiligt war. Zum anderen ist jedoch das Fass zum Überlaufen gebracht worden, indem unsere Gruppe öffentlich mit politisch rechtem Gedankengut assoziiert wird.

Hier ist eindeutig ein Punkt erreicht, an dem wir sagen müssen: Das geht so nicht!
Abgesehen vor dem Hintergrund, dass sich bei der PGDU zahlreiche Mitglieder wiederfinden, die einen Migrationshintergrund haben, welche sich mit Sicherheit nicht in einer rechtsoffenen Gruppe wohlfühlen würden, sind wir seit unserer Gründung im Jahr 2007 weder durch rechte oder diskriminierende Äußerungen, sowohl verbal als auch optisch, aufgefallen, noch dadurch, jemals Mitglieder mit politisch extremistischem Hintergrund bei uns aufgenommen zu haben. Für uns war, ist und wird im Fußballstadion immer nur eines zählen: Der MSV Duisburg! Da spielt es überhaupt keine Rolle, aus welcher Herkunft der MSV-Fan stammt, welche religiösen Hintergründe er hat oder welche sexuellen Orientierungen er verfolgt. Im Gegenteil haben wir es uns als Gruppe zur Aufgabe gemacht, beispielsweise bei Auswärtstouren mit der Szene beim Feststellen diskriminierender Gesänge entschlossen zu intervenieren, da schon bei der Anreise zum Stadion einzig und allein der MSV im Vordergrund stehen muss.
Des Weiteren arbeiten wir seit Gruppengründung eng mit dem sozialpädagogischen Fanprojekt zusammen, welches, seiner Aufgabe entsprechend, in vielen Aktionen zu Toleranz untereinander aufruft. Das gute Verhältnis zum Fanprojekt besteht auch heute noch.

Was die Kohorte nun mit ihrer tollen Stellungnahme erreichen will, liegt glasklar auf der Hand: Sie will uns ohne triftige Argumente in die „rechte Ecke“ drängen, um die „Opfer-Täter“-Relation zu verdrehen. Sie vertauschen hierbei allerdings auch die Ursache-Wirkungs-Kette. Denn die Kohorte versucht einen Stil in die Nordkurve zu bringen, der die Szene in viele Einzelgruppen gespalten hat. Da spielt die Politik höchstens eine Nebenrolle. Hier geht es um Vorgehens- und Verhaltensweisen einer Gruppe, welche so nicht hinnehmbar sind und in der Nordkurve auf minimale Akzeptanz stößt.
Nun versucht diese Gruppe uns scheinbar durch medialen Druck als Täter darzustellen. Dies ist übrigens ein Trend, der nicht nur in Duisburg, sondern in den letzten Jahren vergleichbar in vielen anderen Städten und Szenen sichtbar wurde. Gruppen wie die Kohorte versuchen, als vermeintliche „Gutmenschen-Gruppen“, die sich Weltoffenheit und Toleranz auf ihre Fahne schreiben, alles um sie herum, was nicht in ihr Menschenbild passt, auszugrenzen. Dabei werden gerne die eigenen Kontakte zu Printmedien genutzt, um ein völlig verfälschtes Bild von der Kurven-Realität darstellen zu lassen. Dieses Vorhaben darf sich in Duisburg oder sonst wo nicht durchsetzen!

Wir werden die Geschehnisse rund um das Saarbrücken-Spiel in der kommenden Woche gründlich analysieren und anschließend unsere Schlüsse daraus ziehen. Wir lassen es uns nicht gefallen, uns in irgendwelche Schubladen stecken zu lassen, in denen wir nicht hinein gehören. Wir werden uns weiterhin für eine laute Kurve nach unseren Vorstellungen einsetzen!

– Proud Generation Duisburg 2007
– PGDU Freundeskreis

Bericht: Bösinghoven – Meidericher SV (0:3)


Bauern nach Hause geschickt

*Ironie an* Juhu! Es stand mal wieder der Niederrheinpokal an, welcher bislang stets geprägt war von völlig ausgeglichenen, packenden Duellen mit Gegnern auf absoluter Augenhöhe! Ganz Duisburg war heiß auf diese Achtelfinal-Begegnung, welche völlig neu und überraschend für alle im Homberger PCC-Stadion ausgetragen wurde. *Ironie aus*.
So viel zum Rahmen des Spiels. Insgesamt besuchten an diesem Mittwochabend 2.100 blau-weiße die Sportstätte in Homberg, um sich das Weiterkommen ins Viertelfinale des unsäglichen Niederrheinpokals anzuschauen.

In der ersten Hälfte gab es, bis auf einen Aluminiumtreffer unsererseits, überhaupt keine nennenswerten Highlights. Das lag zum einen an einem sehr robusten und teilweise auch couragierten Fünftligisten aus Bösinghoven, und zum anderen am extrem uninspirierten Auftritt unserer Kicker.
In Halbzeit 2 kam wesentlich mehr Schwung in unser Spiel und auch der Klassenunterschied war endlich sichtbar. Unzählige Male (ich habe irgendwann aufgehört nachzuzählen!) trafen verschiedenste unserer Akteure Pfosten oder Latte, ehe der gerade eingewechselte De Wit in Minute 73 den erlösenden Führungstreffer für Meiderich erzielte. Danach erhöhten Tsourakis und Bollmann zum standesgemäßen 3:0 Endstand.

Zur Stimmung: Die sangesfreudige Meute versammelte sich „wie gewohnt“ unter dem Haupttribünendach des A-Blockes und spulte ohne große Höhen und Tiefen sein Standard-Repertoire ab. Wir blicken bereits nach vorne, denn als nächstes steht das Heimspiel gegen Saarbrücken an. Mal schauen, wie viele rot-weiße aus der Landeshauptstadt ihre Freunde aus dem Saarland bei uns unterstützen werden…