Monat: Februar 2014

Bericht: BV Borussia Dortmund II – MSV (2:0)

Ein Tag zum Vergessen

Selbst 2 Tage nach dem auf allen Ebenen miserablen Auftritt in Dortmund fällt es schwer, die richtigen Worte für diesen Bericht in die Tasten zu hauen. Fest steht:

Einen derart hohen Stress-Faktor sowohl zwischen MSV-Fans, als auch mit den Cops hatte es an einem Spieltag geballt in unserer Gruppengeschichte so noch nicht gegeben. Zur Mitte der ersten Hälfte nahmen wir unsere gesamte Zaunbeflaggung ab und stellten den Support ein. Grund hierfür war ein Konflikt mit einem Anhänger, welcher eigentlich schon nach kurzer Zeit verbal wieder ausgeräumt wurde. Doch leider hielten es einige Helden für nötig, den Konflikt wieder aufzukochen, um diesen dann auch noch non-verbal auszutragen. Dabei wurde auch unser Capo, welcher lediglich schlichten wollte, in Mitleidenschaft gezogen. Folglich war ein organisiertes Unterstützen unserer Mannschaft nicht mehr möglich. Ein Dank geht an die Gruppen, die sich sofort mit uns solidarisiert haben und ihre Fahnen ebenfalls vom Zaun nahmen.

Auch bei der Abreise eskalierte die Lage an der stadionnahen S-Bahn-Station, was erneut einige Ladungen Pfeffer nach sich zog. Bei der Rückkehr in Duisburg spielte sich das letzte negative Highlight des Tages ab. Eine Demonstration von Salafisten sorgte am Duisburger Bahnhofsvorplatz sowohl für die nächste Eskalation mit den Cops, als auch für Gesänge, die nicht mit unserem Verständnis vom Fan- und Ultra-Dasein im Einklang stehen. Man möge über die demonstrierende Gruppe halten was man möchte, jedoch sollte der MSV nicht als Plattform missbraucht werden, um seine politische Haltung lautstark kundzutun.

Tja, und sportlich verkackte der Spielverein auch noch auf ganzer Linie. 0:2 in einem Spiel ohne große eigene Torchancen und wenig Zugriff auf den Gegner. Schade, die über 4.000 mitgereisten blau-weißen Schlachtenbummler wurden nicht für die (zumindest quantitativ!) gute Unterstützung belohnt. Denn was qualitativ im Gästeblock „abging“, ist bis auf wenige Ausnahmen fast nicht mehr in Worte zu fassen. Leider hatte man bei einem Teil der Anhänger das Gefühl, dass Alkohol und sonstige berauschende Mittel eher im Mittelpunkt standen als die Unterstützung der Mannschaft des Herzens. Einfach nur bitter.

 

Bericht: MSV – Rot-Weiß Erfurt (3:2)

Heimserie weiter ausgebaut

 

Sowohl aus sportlicher Perspektive als auch vom Traditionsfaktor her sollte unser Gast aus Erfurt für längere Zeit einer der namhafteren Gegner an der Wedau sein. Schaut man sich die nächsten Kontrahenten an, welche bei uns ihre Visitenkarte ablegen dürfen, wird man wohl kaum in größere Vorfreude verfallen…

Zum Einlaufen der Mannschaften zeigten wir ein Spruchband in Richtung der Redaktion der WAZ, welche mit einem aus unserer Sicht vollkommen überzogenen Kommentar eines ihrer tollen Journalisten unseren Stadionsprecher kritisierte, weil dieser beim vergangenen Heimspiel gegen die Bullen aus Leipzig einen angeblich so unnötigen verbalen Seitenhieb an die Gäste ausrichtete. Wir stehen voll hinter unserem Sprecher und sagen: Pro Tradition und keine Chance für Werbeprodukte beim Fußball!

Unser Team begann sehr couragiert und zeigte rasch, dass es die 3 Punkte unbedingt in Duisburg behalten wollte. Merkwürdigerweise kam die Nordkurve an diesem Samstag-Nachmittag ungewohnt schleppend auf Touren. Jedoch steigerte sie sich im weiteren Spielverlauf. Doch in Minute 24 musste zunächst der erste Schock verdaut werden, als sich Bajic von einem Erfurter im eigenen Strafraum düpieren ließ und auch Eichners lächerlicher Rettungsversuch die Gäste dazu einlud, relativ früh in Führung zu gehen. Das 0:1 steckte bei Mannschaft und Fans bis zur 36. Minute in den Knochen. In besagter Spielminute trat Kapitän Bajic zu einer aussichtsreichen Freistoßmöglichkeit an… Und traf zum Ausgleich!! Ein butterweich getretener Freistoß unseres Innenverteidigers, der den Ball in den Giebel versenkte. Das wir sowas noch erleben dürfen! Mit dem 1:1 ging es auch in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit verlor das Spiel zwar etwas an Tempo, doch beide Teams kamen zu sehr guten Möglichkeiten. So hatten wir Glück, als nach einer gespielten Stunde die Erfurter nur die Latte trafen. Das Stadion wachte nun vollständig auf und pushte unsere blau-weißen nach vorn. Wie schon vor 2 Wochen gegen die roten Bullen, ließen sich die Meidericher von der aufkeimenden Euphorie auf den Rängen anstecken. Als Wolze in der 67. Minute einen Freistoß in den Strafraum schoss, fälschte ein Erfurter den Ball unglücklich in unser Tor ab. Jawoll, Spiel gedreht!! Das Glück sollte auch weiterhin nicht von uns weichen, als unser flotter Grieche Tsourakis nach einem Solo à la Maradona den Ball durch die erneut freundliche Unterstützung eines Erfurter Körperteils zum 3:1 ins Tor beförderte. Selbst der Anschlusstreffer zum 3:2 kurz vor Schluss änderte nichts mehr an der Tatsache, dass die 3 Zähler an der Wedau bleiben sollten. Aus den letzten 4 Spielen holten wir gute 10 Punkte. Nur so lässt sich eine mögliche Aufholjagd einleiten. Weiter so Jungs!

Unter den über 11.000 zahlenden Zuschauern wohnten ca. 500-600 Ossis dem Kick bei, welche zwar ein kompaktes Bild abgaben, jedoch kaum bei uns in der Nord zu vernehmen waren. Schade eigentlich. Als nächstes folgt das ganz kleine Derby gegen die Amas des BVB. Lasst uns die rote Erde in eine blau-weiße Festung verwandeln! Auf nach DO!

 

Bericht: Chemnitzer FC – MSV (0:0)

Glückliches Remis im Osten

Beflügelt durch den errungenen Heimsieg in der vergangenen Woche gegen die Bullentruppe aus Leipzig musste unser MSV nach längerer Zeit mal wieder im Osten antreten. Dabei sollte es zum Chemnitzer FC an die altehrwürdige Gellertstraße gehen. Wir reisten gemeinsam mit der Crew vom Block 10 per Doppeldecker in die Zone. Am Treffpunkt versammelten sich allerlei mehr oder eher weniger ausgeruht wirkende Gestalten, um die siebenstündige Hinfahrt anzutreten. Erfreulich ist hier mal kurz zu erwähnen, dass unsere Truppe in den letzten Wochen die Mitfahrerzahl im Gegensatz zur Vergangenheit kontinuierlich steigern kann. So kann’s weiter gehen!

Da sich das Chemnitzer Stadion momentan in der Umpauphase befindet und der Gästesektor im Zuge dessen erheblich an Kapazitäten einbüßen muss, sputeten wir bei Anknuft zielstrebig in den geschrumpften Gästeblock. Dieser wurde mal wieder unfassbar gut beflaggt. Der kleine „Käfig“ wurde zwei- bis dreilagig mit vielen Zaunis geschmückt. Zu Spielbeginn präsentiere unsere Gruppe ein Transpa zu Ehren eines kürzlich verstorbenen CFC’lers. Ruhe in Frieden Ungi!

In Halbzeit eins sahen die 4.100 Zuschauer ein gutes und ausgeglichenes Spiel, welches u.a. einen Pfostentreffer unsererseits und einige Möglichkeiten auf Seiten der Gastgeber verzeichnete. Folglich traten die Teams mit einem 0:0 den Weg in die Kabinen an. Die zweite Halbzeit… Naja, die dauerte leider auch 45 Minuten.. Denn bei der „Leistung“ unserer Kicker hätte man gerne spätestens ab der 70. Minute die Heimreise antreten wollen. Es spielten im Prinzip nur die Gastgeber auf unser Tor, während wir kaum noch für erfrischende Offensivaktionen sorgen konnten. Da die Chemnitzer auch nicht mehr trafen, konnten wir dank eines glänzend aufgelegten Ratajczaks, welcher unseren Kasten sauber hielt, immerhin einen Punkt mit in den Pott entführen. Selten freuten wir uns so sehr auf die Rückfahrt wie an diesem Samstagnachmittag!

Die Stimmung im recht ordentlich gefüllten Gästeblock (gut 400 Ruhrpottkanacken reisten an), kann insgesamt als durchschnittlich bezeichnet werden. In Halbzeit 1 konnten ein paar Klatscheinlagen und Gassenhauer tatsächlich für annehmbare Lautstärke sorgen, jedoch half die Mannschaft uns vor allem nach dem Seitenwechsel nicht gerade dabei, das Level zu halten und so verkrampfte die Stimmung zusehendst. Nochmals absolut positiv ist die gelungene optische Präsenz hervorzuheben.

Nach Abpfiff ging es flott in den Bus, um mit ordentlich Mischkonsum die Rückfahrt zumindest gefühlt zu verkürzen. Dies gelang vor allem unserem Gruppenvollsten, welcher merkwürdigerweise nicht so recht mit der Ankunft im heimischen Duisburg einverstanden war… Alles in allem eine schöne Tour, wenn auch sportlich deutlich mehr hätte herausspringen müssen.

Bericht: MSV – RB Leipzig (2:1)

Tradition schlägt jeden Trend!

An diesem Wochenende kam es zum zweiten Aufeinandertreffen unserer Mannschaft gegen das Leipziger Kunstprodukt, den ehemaligen SSV Markranstädt. Leider zwei Aufeinandertreffen zu viel gegen die vom Brausehersteller hochgepushte Truppe…

Zu absolut bescheidenem Duisburger Wetter traf sich unsere Gruppe wie gewohnt am Container, um den Grill und weitere Klamotten aufzustellen. Bei solchen Temperaturen muss man sich halt durch unsere Leckereien etwas aufwärmen. Gestärkt betraten wir unsere heimische Nordkurve und beflaggten diese wie gewohnt äußerst üppig.

Das Spiel begann und unsere Zebras hatten als leichter Außenseiter das Geschehen zunächst klar im Griff. In der 25. Minute mussten wir jedoch den ersten Schock verdauen, als der Topstürmer der Gäste Frahn freistehend vor dem Tor den Ball gegen den Pfosten köpfte. Ein Rückstand hätte wohl die fast sichere Heimpleite bedeutet. Aber das Glück schien an diesem Tage endlich mal auf Seiten der Meidericher zu sein. So traf nur wenige Minuten später unser Aycicek zur 1:0 Führung! Viele von uns ahnten jedoch, dass unsere Kicker die Führung eh nicht über die Zeit retten, geschweige denn ausbauen könnten. Und obwohl wir gut aus der Kabine kamen, erzielten die Leipziger fast logisch in Minute 57 den Ausgleich. Danach wirkte unsere etwas hölzern wirkende Viererkette etwas verunsichert, ehe sich in den letzten Minuten ein richtig schönes Duell entwickelte. Beide Mannschaften spielten auf den wohl alles entscheidenden Siegtreffer. Dann kam die Nachspielzeit…

… Freistoß vom super starken Aycicek, Verlängerung in den Strafraum, der Ball kommt zu Feisthammel, der den Ball unbedrängt in die Mitte auf den WAHREN Topstürmer Onuegbu ablegte, und unser „King“ netzte doch tatsächlich zum alles entscheidenden 2:1 Siegtreffer ein. Einen derart krassen Tor-Pogo hatte es schon lange nicht mehr an der Wedau gegeben!

Die Stimmung passte sich wie so oft dem Spielgeschehen an. Die Nordkurve legte auch dank eines heute gut aufgelegten Oberrangs sehr gut los und flachte dann im weiteren Verlauf ab. In der hektischen Schlussphase gab das Wedaustadion noch mal richtig Vollgas. So avancierte der Großteil der über 11.000 Zuschauer wahrlich zum „zwölften Mann“ und pushte die Mannschaft auf dem Rasen, welche es uns mit ihrem Siegtreffer in letzter Sekunde dankte. Solche Momente gibt es nicht oft in Duisburg! Tradition schlägt eben doch noch den Kommerz. Mit dieser Message ging es in die Duisburger Nachtwelt, um den Sieg ordentlich zu begießen. Scheiß Red Bull!