Monthly Archives: August 2015

Bericht: MSV – Fürth (2:2)

Remis gegen Fürth wie gefühlte Niederlage

Endlich kehrt wieder Normalität an der Wedau ein. Ohne Eventies strömte der harte Kern von 12.695 ins Stadion, um den MSV im Duell gegen das Kleeblatt aus Fürth erstmals in dieser Saison siegen zu sehen. Die angespannte Personalsituation entspannte sich vor dem Anpfiff, sodass man voller Hoffnung in die Partie gehen konnte.
Das Spiel wurde seitens der Nordkurve mit einer Choreo im Unterrang eingeläutet:
„Die 3 Punkte an der Wedau halten“. Das Spiel begann recht verhalten und zerfahren, doch mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich ein gutes Spiel mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. Erst trifft Dausch in der 30. Minute die Latte, ehe direkt im Anschluss auch ein Fürther (zum Glück) nur das Aluminium traf. In der 35. Minute spürten alle MSV-Fans erstmals ein tiefes Gefühl der Erleichterung: Scheidhauer flankt von rechts in den Strafraum, wo es Feltscher im zweiten Versuch schafft, den Ball über die Linie zu drücken. Traurig, aber wahr: Zum ersten Mal in dieser Saison konnte Meiderich in Führung gehen. Die Führung konnte auch mit in die Halbzeitpause genommen werden, hatte jedoch in Halbzeit 2 nicht lange Bestand, da die Fürther nach einem lächerlichen Strafstoß in Minute 50 ausgleichen konnten. Doch der MSV wirkte weiterhin fest entschlossen, endlich den ersten Dreier einzufahren. Und es sah so gut aus: In der 73. köpfte Bohl nach Hereingabe vom Spieler des Tages „Fletscher“ die Kugel zur erneuten Führung ein. Alles sah nach einem verdienten Sieg aus. Bis in der 93. (!) Minute ein Spieler der Gäste aus elf Metern frei zum Schuss kommt und diesen zum 2:2 Endstand versenkt. Die anschließende Fassungslosigkeit auf den Rängen ist kaum mit Worten zu beschreiben. Dass mit Gjasula und Sukalo zwei ex-Zebras die Hauptakteure bei beiden Treffern der Gäste waren, fällt unter die Kategorie: „War doch klar…“ und „ausgerechnet…“.

Neben der deutlichen Leistungssteigerung auf dem Platz konnte auch die Stimmung über fast die gesamte Dauer des Spiels überzeugen. Große akustische Hänger konnten nicht ausgemacht werden und der Oberrang wachte in regelmäßigen Abständen auf, um eine gute Atmosphäre zu erzeugen. Nach dem 2:1 stand zwischendurch das ganze Stadion, da der erste Sieg zum Greifen nah war. Man spürt förmlich, dass sich jede Menge Emotionen bei den MSV-Fans anstauen und nur darauf warten, sich mit dem ersten Sieg in geballter Form zu entladen.

 

Bericht: Karlsruher SC – MSV (2:0)

Zebras erneut ohne Biss

Es bleibt alles wie gehabt: Unser MSV kassiert von der Entstehung und vom Zeitpunkt her ein blödes Gegentor nach dem anderen und schafft es weiterhin nicht, den Gegner offensiv zumindest etwas unter Druck zu setzen. Beim KSC konnte man in der ersten Hälfte in Sachen Zweikämpfe und Disziplin wenigstens ein paar Lichtblicke erkennen, doch typischerweise kassierten wir kurz vor Halbzeitpfiff das Tor zum 1:0, womit das Spiel schon wieder vorentschieden war.

An die 500 Zebras reisten bei bestem Wetter in den Wildpark, in welchem sich insgesamt 15.135 Zuschauer versammelten. Die Stimmung im Gästeblock passte sich ziemlich dem Spielgeschehen an. Es sang durchweg nur der Ultràkern, die restlichen Zebras stiegen kaum in die Gesänge ein. So konnte man auch wenig auf sich aufmerksam machen. Die Heimkurve konnte zwischendurch sehr laut vernommen werden, wobei eine Bewertung aufgrund der Tatsache, dass sich Heim- und Gästeblock fast auf einer Höhe befinden, in Karlsruhe immer schwieriger ist als andernorts.
Zum Spielgeschehen müssen nicht wirklich viele Worte verloren werden, da wir mal wieder kaum nennenswerte Tormöglichkeiten kreierten und die Messe nach dem 2:0 in Minute 56 gelesen war. Obwohl die Gastgeber keine überragende Leistung zeigten, reichte diese am Ende aus, um Meiderich souverän ohne Punkte nach Hause fahren zu lassen. Was würden wir nicht alles dafür geben, endlich eine frisch aufspielende Mannschaft aus Duisburg zu sehen, die den Gegner zumindest phasenweise vor große Probleme stellen kann. Den nächsten Versuch gibt es bereits am Samstag gegen das Kleeblatt aus Fürth…

 

Bericht: MSV – Bielefeld (2:2)

Auf Fassungslosigkeit folgte ein Hoffnungsschimmer

An einem völlig verregneten Sonntagmittag, der mit Sommer herzlich wenig zu tun hatte, gastierte die Bielefelder Arminia zum Duell der Aufsteiger an der Wedau.
Nach dem völlig verkorksten Saisonstart unserer Zebras war diesmal weniger positive Vorfreude und Euphorie spürbar, sondern die Gewissheit, dass diesmal die eigene Mannschaft den Beweis abliefern musste, ob sie endlich in dieser Liga angekommen ist.
Was sich dann in der ersten Halbzeit auf dem Rasen abspielte, hatte mit einem Leistungsnachweis absolut nichts zu tun. Wieder geriet man nach fürchterlichen Abwehrfehlern vor heimischer Kulisse früh in Rückstand. Die Stimmung kippte endgültig, und das auch völlig zu Recht. Die Nordkurve und auch weitere Teile des Stadions bedachten die „Leistung“ der eigenen Truppe mit Pfiffen und an lautstarken Support war nach dem 0:2 in Minute 24 auch nicht mehr zu denken. Eher blickten über 15.000 der insgesamt 17.046 Zuschauer ziemlich Fassungslos auf die komische Sportart, die die Blau-Weißen auf dem Grün fabrizierten.

Coach Lettieri erschöpfte in der 61. Minute bereits sein komplettes Wechsel-Kontingent, was sich am Ende wohl als Glücksgriff herausstellte. Zudem sah ein Spieler der Gäste kurz zuvor die Ampelkarte und das Spiel nahm fortan eine nicht mehr für möglich gehaltene Wendung. Meiderich drückte und King Onuegbu hämmerte in Minute 70 im Stile eines Goalgetters die Kugel zum Anschlusstreffer in die Maschen. Logischerweise erwachte das Publikum aus seiner Schockstarre und es wurde endlich wieder laut. Nur wenige Minuten nach dem Anschlusstreffer schlug erneut Wolze einen guten Ball in den Strafraum, wo Neuzugang Iljutcenko goldrichtig stand und zum Ausgleich einköpfte! Innerhalb von einer Viertelstunde wurde der Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Endlich hatten wir auch ein bisschen was zu Feiern. Bis zum Abpfiff passierte nichts großartig erwähnenswertes mehr und so konnte immerhin der erste Punkt für den Klassenerhalt in Duisburg bleiben.

Die Stimmung passte sich komplett dem Spielverlauf an: In den ersten 10 Minuten legten beide Kurven gut los, ehe ab dem 0:2 bis zum Platzverweis in der 58. Minute auf der Heimseite nur noch ein Teil des Stimmungsblocks bemüht war, für Unterstützung zu sorgen. In dieser Phase vernahm man dementsprechend auch des Öfteren den Gästeblock, der durch gute Klatscheinlagen und Wechselgesänge auffiel. Nach unserem Anschlusstreffer wachte auch der Oberrang wieder auf und es konnte bis zum Schlusspfiff wieder eine zufriedenstellende Lautstärke erreicht werden, während der Gästeblock fortan nicht mehr vernommen wurde.