Monat: Oktober 2015

Bericht: MSV – 1. FC Nürnberg (0:0)

Nullnummer an der Wedau bringt Zebras nicht weiter

Am 12. Spieltag gastierte der Glubb an der Wedau. 16.418 Zuschauer wollten sich den Kick am frühen Samstagnachmittag nicht entgehen lassen. Beide Teams standen gehörig unter Druck. Die Schlakker Freunde brauchten den Sieg, um sich vom Tabellenmittelfeld zu befreien, während ein Sieg auf unserer Seite den Kontakt zum Relegationsplatz wiederhergestellt hätte.
Vor der Partie präsentierte die Kohorte auf der Nord eine Choreografie im Rahmen der „Fare Actionweek“, während die knapp 2.000 Gäste, worunter sich selbstredend jede Menge Blaues Pack gesellte, mit einem schönen Fahnenintro punkteten. Man merkte dem Geschehen auf dem Spielfeld und auf den Rängen an, dass beide Teams einen unbefriedigenden Saisonverlauf durchmachen. Die Stimmung auf unserer Seite war in der ersten Hälfte ziemlich mies, bei den Gästen flachte die recht laustarke Anfangsphase auch schnell ab. Somit passten sich die Kurven so ziemlich dem mauen Spiel auf dem Rasen an.
Zum Intro in Halbzeit 2 thematisierten wir via (zugegebenermaßen optisch misslungenem, da zu spontan gesprühtem) Spruchband die Enthüllungen rund um die Vergabe der WM 2006. Fußballmafia DFB! Unsere Truppe auf dem Rasen zeigte sich nun offensiver und konnte, angekurbelt durch „Messi“ Chanturia, ein paar gefährliche Angriffe vortragen. Endlich wachte auch der Oberrang auf, sodass zwischendurch eine gute Lautstärke erreicht wurde. Leider flachte auch dieses Hoch spätestens ab der 80. Minute komplett ab. Alles rechnete schon mit einem Remis, als in der 93. Minute plötzlich Kevin Wolze nach einer Hereingabe völlig frei vor dem FCN-Kasten steht, aber den Ball kläglich übers Tor haut. Mal wieder machte uns die schlechte Chancenverwertung einen dicken Strich durch die Drei-Punkte-Rechnung.

Am kommenden Sonntag kommt es zum ersten „Abstiegs-Endspiel“, wenn in der Arroganz-Arena zu München die Zebras zum ersten Sieg in diesem Stadion verdammt sind und auf den Tabellenvorletzten 1860 München treffen. Also Arsch aufreißen und so zahlreich wie möglich nach Bayern fahren!
 

Bericht: 1. FC Heidenheim – MSV (1:0)

Zebras belohnen sich nicht für ihren Einsatz

Nach dem langersehnten ersten Dreier der Saison vor der Länderspielpause erhoffte man sich in Düssbuich eine kleine Serie zu starten, um langsam aber sicher dem Tabellenende zu entkommen. In freudiger Erwartung reiste unser 50er Reisegefährt bei Dunkelheit und Kälte gen Süden und erreichte das Dörfchen Heidenheim bei Helligkeit und Kälte. Der schon gut bestückte Zaun wurde mit unseren Zaunis endgültig vollgeballert und man vertrieb die letzten Minuten bis zum Anpfiff mit ersten Gesängen.

In den ersten 20 Minuten des Spiels fragte man sich, ob unsere Truppe auf dem Rasen mental überhaupt aus dem Bus gestiegen war. Die Gastgeber drückten, hatten 2-3 sehr gute Tormöglichkeiten und unsere Abwehrreihe schwamm was das Zeug hielt. Dennoch konnte man die erste Drangphase unbeschadet überstehen. Anschließend kam Meiderich immer besser ins Spiel, sodass man den Gegner bis zum Halbzeitpfiff weit weg vom eigenen Tor halten konnte.
Die in schwarz-rot aufspielenden Zebras kamen nach dem Seitenwechsel diesmal gut aus der Kabine und hätten nach den 1000%igen Möglichkeiten von Onuegbu und Grote in Führung gehen müssen. MÜSSEN. Denn wenn du auswärts freistehend vor dem Tor so Dinger nicht reinhaust, wirst du als Tabellenletzter nun mal bestraft. So kam es wie es kommen musste: Nach dem gefühlt 100. Abschlag von Rata ins Seitenaus schalteten die Gastgeber schnell um und Skarke haute den Ball unhaltbar in der 83. Minute ins Netz. Dass der MSV sich von diesem Nackenschlag nicht mehr erholen konnte, war schnell klar und somit musste man sich mit der nächsten Auswärtspleite abfinden. Bitter, da viele Abstiegskonkurrenten zuvor gut punkten konnten. Die rote Laterne wird also noch eine Zeit lang in Meiderich bleiben…

Im mit knapp über 400 Duisburgern gefüllten Gästeblock konnte der Ultràhaufen optisch und vom Einsatz her überzeugen, wirklich laut konnte es jedoch nur werden, wenn noch die restlichen 250 Menschen in die Gesänge einstiegen. Dies war nur in der 2. Hälfte gelegentlich der Fall, weshalb man akustisch keine Bäume ausreißen konnte. Den Heimblock vernahm man sehr selten auf unserer Seite. Die Unitas Aquileiae zeigten sich nur beim Zeigen diverser Spruchbänder sehr aktiv.

Zum nächsten Heimspiel gegen die dreckigen Schlacker Freunde ist Siegen erneut Pflicht, wenn man nicht mit einer 100%igen Garantie auf einem Abstiegsplatz überwintern will.

 

Bericht: MSV – SC Paderborn (1:0)

Lionel Chanturia Messi erlöst Duisburg und den MSV

Montagsspiel die Zwote. Nach dem emotionalen Aufeinandertreffen auf dem Hamburger Kiez vor einigen Wochen, folgte das bereits zweite beschissene Montagsspiel dieser Saison. Wieder sollte es an Emotionalität und Intensität nicht mangeln, schließlich standen sich zwei Kellerkinder der Liga gegenüber.

Den Umständen entsprechend strömten noch respektable 14.667 Zuschauer ins Wedaustadion. Bis auf die knapp 800 Paderborner sollten diese ihr Kommen erstmalig nicht bereuen. In der ersten Hälfte merkte man beiden Teams an, dass ihr Nervenkostüm schon so einiges mitgemacht hatte. Von präzisem Spielaufbau konnte kaum die Rede sein, doch der Einsatz stimmte auf beiden Seiten. Vor allem unser Team versuchte über die Körpersprache ins Spiel zu finden. Ab der 20. Minute konnten auch die ersten Tormöglichkeiten beider Teams verzeichnet werden, doch bis zur Halbzeit blieb es beim leistungsgerechten 0:0.
In der 2. Hälfte wendete sich das Blatt, da unsere Zebras, vor allem angetrieben durch den Star-Einkauf Obinna, mehrere gute Akzente nach vorne setzten und die Gäste vermehrt unter Druck gerieten. Viele dachten sich in der Zeit: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“ Tja. Der Fußballgott schaute nach langer Zeit mal wieder in Duisburg vorbei und hatte sogar einen Segen für den MSV dabei. In der 81. Minute tankt sich der ebenfalls frisch verpflichtete Chanturia im Stile eines argentinischen Superstars durch die Abwehrreihen der Paderborner, passt auf Onuegbu, dieser legt wieder ab, und Chanturia netzt ein! JAAAAAAAAAA!!! Soooo brutal wichtig. Nun war über 10 Minuten kollektives Zittern angesagt. Die Meidericher Jungs hauten sich fortan wie Geisteskranke in jeden Zweikampf. Überraschenderweise gelang Paderborn nicht ansatzweise eine Schlussoffensive, weshalb in der 93. Minute das nächste JAAAAAAAA nach Schlusspfiff durch die 14.000 Kehlen wehte. Freude, Erleichterung und noch viel mehr war nach dem Abpfiff bei allen Zebras deutlich spürbar.

Zur Stimmung: Der Stimmungsblock legte über die volle Distanz einen guten Tifo an den Tag, leider konnte man in der ersten Hälfte nur selten andere Teile des Stadions mitnehmen. Dies änderte sich nach dem Seitenwechsel, als vor allem zwischen der 50. und 60. Minute eine Phase mit sehr lautem Support folgte. Nach langer Zeit war es wieder da: Dieses Gefühl, durch die Unterstützung der Fans auf den Rängen den Ball irgendwie ins Tor zu schreien und den Dreier zu erzwingen. Das sollte doch für jeden die Bestätigung sein, dass mit einer lauten Kurve mehr zu erreichen ist als mit einer Kurve voller Lethargisten. Trotz des miesen Tabellenplatzes gab es in der Vergangenheit schon insgesamt weitaus schwächere Phasen des Supports an der Wedau.
Die Gäste aus Ostwestfalen zündeten zum Intro passend zu einer kleinen choreografischen Einlage blauen Rauch. In Hälfte eins kann man von einem guten Ultrà-Auftritt sprechen, ehe im weiteren Spielverlauf der 2. Hälfte auch die Bewegung der Sangesfreudigen kontinuierlich nachließ. Vernommen hat man die Gäste ein einziges Mal.

 

Bericht: KFC Uerdingen – Amateure (2:0)

Es war mal wieder Zeit unseren Amateuren einen Besuch abzustatten. Lag unser letzter Spielbesuch als Gruppe schon gut ein halbes Jahr zurück als man gegen die Wuppertaler die Nordkurve rockte.
Kurzfristig wurde über den internen Buschfunk ein Großteil der Gruppe zusammengetrommelt und sich bei Zeiten an einem Vorortbahnhof getroffen um möglichst ohne großes Aufsehen per Zug in die Nachbarstadt zu gondeln. Klappte auch recht gut und so zogen wir vierundfünfzig Zugfahrer unbemerkt durch Oppum. Im Stadion angekommen rechneten die Ordnungskräfte natürlich nicht mit unserem Haufen und so suchten wir uns, nach etwas sportlicher Betätigung in der Disziplin „Hürdenlauf“, den Platz im oberen Drittel der überdachten Nordtribüne, allen bestimmt noch bekannt als Standort vom ersten Niederrheinpokalspiel in der Drittligazeit beim Gastspiel hier an gleicher Ort und Stelle gegen den TSV Bockum.

Flugs wurde sich eben im oberen Drittel gesammelt und der Zaun angeflaggt. Stimmungstechnisch und auch optisch konnten wir mit traditionellen und melodischen „Amateureliedern“ auf uns aufmerksam machen, dabei ein anständiger Einsatz an optischem Hilfsmittel wie Schwenkfahnen, Doppelhaltern oder weiteren Dingen. Ferner wurde auf Gruppenmaterial verzichtet und eben einige zum Teil zehn Jahre alte Amateureutensilien entstaubt. Toller Anblick!

Unsere Jungs auf dem Platz boten stellenweise auch eine gute Leistung, wobei der mehr als schwache Schiri unsere Amateure nach einem umstrittenen Platzverweis an Barkim Cömert auf die Verliererstraße brachte. Auf Seiten der Uerdinger spielte Mohamadou Idrissou mit, ein guter alter Bekannter aus besseren Zebratagen…
In Halbzeit Zwo konnte der Auftritt unsererseits weiter auf einem hohen Level gehalten werden, wenngleich es natürlich auch ein paar Verschnaufpausen gab. Alles in allem bevölkerten gut hundert Duisburger Fußballfreunde die altehrwürdige Grotenburg. Das Spiel ging dann am Ende und nur noch mit 9 Mann mit 0:2 verloren. Kampf und Einsatzbereitschaft konnte man der sehr jungen Truppe von Trainer Manfred Wölpper nicht absprechen. Erwähnt sollte noch die coole Aktion unseres Betreuers und Zeugwartes Marc Gudenkauf, der es sich nicht nehmen ließ, einen Kasten Wasser in den Gästeblock zu uns zu bringen, da ja die Imbiss- und Getränkestände geschlossen blieben. Hier sagen wir recht herzlichen Dank für diese korrekte Aktion!
Die einheimische „Fanszene“ rund um die „Ultras Krefeld“ trat aufgrund eines Boykotts leider nicht in Erscheinung.
Der Rückweg zum Bahnhof Oppum gestaltete sich dann recht locker und nach einem schicken Mobfoto am Bahnsteig hieß es dann ab in die Regionalbahn in Richtung Duisburg.