Bericht: TSV 1860 München – MSV (1:0)

MSV geht erneut in München unter

Es hätte keinen schlimmeren Ort für das erste „Abstiegs-Endspiel“ der Saison geben können. Seit der Eröffnung des neuen Stadions im Münchener Norden konnte der MSV weder gegen die dort ansässigen Roten, noch gegen die Blauen ein Pflichtspiel für sich entscheiden. Auch an diesem 01. November 2015 blieb München kein gutes Pflaster für die Zebras. In einer Partie, welche die Tabellensituation beider Mannschaften nicht besser hätte widerspiegeln können, setzte sich am Ende die Mannschaft durch, die den Ticken mehr Wille an den Tag legte und über etwas mehr Erfahrung im Abstiegskampf verfügt. Dass der entscheidende Treffer zur Niederlage in der 91. Minute fiel, passte absolut in das Bild der momentanen Verfassung des Meidericher Spielvereins. So wurde der eh schon arg strapazierte Geduldsfaden aller Duisburger endgültig zum Reißen gebracht und der Mannschaft nach dem Abpfiff erstmals eindeutig gezeigt, dass auch für einen Aufsteiger ein Tabellenplatz 18 auf Dauer nicht einfach toleriert werden kann. Sehr lange waren Umfeld und Zuschauer sehr geduldig mit Mannschaft und Trainer, aber bei der aktuell sehr prekären sportlichen Situation ist es eben nicht mehr mit einem einfachen „weiter kämpfen“ getan. Aufwachen, Eier zeigen, malochen! Das muss die Mannschaft nun dem Publikum demonstrieren, egal, wie schwer das Restprogramm bis zum Jahresende auch sein mag!

Die Atmosphäre im Stadion glich absolut der Konstellation 17. Platz vs. 18. Platz. Magere 17.100 Zuschauer gaben sich in der für 60er-Verhältnisse völlig überdimensionierten Bude die Ehre, darunter gute 700 Ruhrpottkanacken. Beide Kurven konnten, wenn überhaupt, durch gute optische Präsenz überzeugen. Akustisch blieben beide Blöcke weit unter ihren Möglichkeiten. Angesichts dessen, was auf dem Spiel stand, kam vor allem aus dem Gästeblock viel zu wenig. Für uns bleibt es weiter unverständlich, wie es sein kann, dass bei weiter entfernten Auswärtsspielen nur ein Haufen von 120 Ultras an lautstarker Unterstützung interessiert ist, während der Rest einzig und allein mit Bier trinken und Spiel gucken beschäftigt ist. Wer da dann noch Ansprüche an das Liedgut stellt, der sollte sich gefälligst ganz weit hinten anstellen und stattdessen damit beginnen, einfach mal sein oder ihr Maul aufzureißen. Anschließend kann gerne auf Augenhöhe über Gutes oder Schlechtes in Sachen Stimmung und Liedgut diskutiert werden. Punkt.

Nun sollten wir dem neuen Trainer, dessen Gesicht und Name uns allen mehr als bekannt ist, die faire Chance geben, das Unmögliche noch möglich zu machen. Herzlich Willkommen zurück in Duisburg, Ilia Gruev!