Bericht: Fortuna Düsseldorf vs. MSV (1:1)

MSV tritt weiter auf der Stelle

Vor Beginn der Saison stand relativ schnell fest, dass sowohl das Pokalspiel gegen Schlakke, als auch die Spiele gegen die Fortuna zu den Highlight-Spielen zählen würden. Nun hätte man sich keinen schlechteren Zeitpunkt für das Auswärtsspiel in Düsseldorf aussuchen können, als eine Woche nach den Anschlägen von Paris. Die Woche vor dem Spiel war geprägt von Spekulationen und Horrorszenarien, wie die Vereine und die Sicherheitsorgane mit dem Spiel unter diesen Umständen umgehen würden. Am Ende muss man festhalten, dass der Spieltag unerwartet unspektakulär über die Bühne ging. Die Cops zeigten sich entspannt und sonst waren auch keinerlei Maßnahmen zu erkennen, die unter die Kategorie „Sicherheitswahnsinn“ hätten abgestempelt werden können. Wir wollen aber noch die Gelegenheit nutzen, etwas über die Einstufung der Spiele gegen Düsseldorf loszuwerden. Waren diese Spiele seit dem Wiederaufstieg der Düsseldorfer in Liga 2 von einer guten Rivalität geprägt, muss man nun auch festhalten, dass man zukünftig nicht annähernd mehr von einem „Derby“ oder großartig besonderem Spiel sprechen kann. Wir werden dies als Gruppe zumindest nicht mehr als derartig hoch einstufen. Versuche unter der Woche, den Gegner etwas aus der Reserve zu locken und aus dem Spiel tatsächlich zu etwas Besonderem zu machen, stießen auf absolutes Desinteresse seitens des Gegners. Auch die Kulisse im Stadion hatte nur noch wenig mit den Spielen, die zuvor in Düsseldorf verlebt wurden, zu tun. 34.688 Zuschauer, worunter sich schon über 7.500 Duisburger befanden, sprechen auch nicht gerade für ein hohes Interesse. Nach nur wenigen Jahren ist in Düsseldorf aber mal absolut nichts mehr von der Euphorie des Aufstiegs in die Bundesliga und den guten Zweitligajahren zuvor übrig geblieben.

Kommen wir nun zum Spieltags-Geschehen. Wir versammelten uns an einem intern ausgerufenen Treffpunkt, um per Regio nach Düsseldorf zu fahren. Zwar wurde man am Flughafen in die Busse verfrachtet, doch erhofften wir uns durch unsere sehr frühe Anreise zumindest etwas Spannung auf der Anreise. Doch die Spannung verpuffte aus den o.g. Gründen auch wieder schnell. Unter der Woche wurde uns seitens des Gastgebers ein zentrales Element unserer geplanten Choreo verboten, weshalb wir diese leider kurzfristig absagen mussten. Obwohl es sich hierbei um eine Blockfahne handelte, die AUßERHALB des Blocks zum Einsatz gekommen wäre und das Argument „unter der Blockfahne zünden“ nicht gegolten hätte, wurde uns jene Fahne verboten. Dagegen protestierten wir mittels eines Spruchbands, welches vor dem Gästeblock befestigt wurde.
Wir erreichten den Gästeblock bereits weit vor Toreöffnung. Im Gästeblock angekommen, sah man schon den Mini-Haufen der Dissidenti, der jedoch von einer Überzahl herumstehender Ordner vom Rest der Kurve geschützt wurde. Was den Zusammenhalt innerhalb der Szene angeht darf sich Duisburg zwar nicht besonders weit aus dem Fenster lehnen, doch können wir uns durchaus glücklich schätzen, dass wir solche Verhältnisse bei uns schon lange hinter uns gelassen haben und zumindest die Ultràgruppen in den Blöcken geschlossen auftreten. Nach der angekündigten Schweigeminute legten beide Kurven gut los, ehe nach 20 Minuten klar wurde, dass trotz Abendspiel keine der beiden Kurven einen konstant lauten Auftritt hinlegen würde. Zu sehr schwankte der Stimmungsbarometer zwischen Himmel und Hölle. Nach Beginn der zweiten Hälfte qualmte und blinkte es noch im Gästeblock und bis zum Abpfiff konnten die zahlreich mitgereisten Ruhrpottkanacken, vor allem begünstigt durch den Ausgleichstreffer, eine kleine Schippe drauf legen. Letztlich konnte man aber nicht zu 100% mit dem Auftritt zufrieden sein.
Dieselben Worte kann man auch für das Geschehen auf dem Rasen übertragen. Man erkennt seit der Übernahme von Gruev zwar eine leichte Verbesserung der Spielanlage und man kann am Ende froh sein, trotz Rückstands noch den Punkt mitgenommen zu haben, doch die Konkurrenz eilt uns immer weiter davon. Es fehlt weiterhin das Quäntchen Glück, so ein Spiel einfach mal für sich zu entscheiden. Der Lattentreffer von „Messi“ Chanturia spricht da Bände. Das Restprogramm bis zur Winterpause könnte zudem viel schwieriger nicht sein…