Bericht: 1. FC Kaiserslautern vs. MSV (2:0)

„Gruev-Effekt“ bereits verpufft?

Es bleibt weiter dabei: Auswärtsspiele des MSV führen in dieser Saison zu erhöhtem Frustpotenzial bei den eigenen Anhängern. Nachdem zuletzt ein Mini-Aufwärtstrend durch die Spiele in Düsseldorf und Leipzig erkennbar war, wurde dieser Eindruck aufgrund eines erneut total uninspirierten Auftritts in Lautern, wie man ihn schon zuvor in Bochum, Karlsruhe oder München gesehen hatte, sehr getrübt. Die katastrophale Ausbeute von bisher einem einzigen (!) erzielten Auswärtspunkt verdeutlicht die Plan- und Harmlosigkeit der Zebras auf fremden Plätzen. Das Gerede, ob nun hinten eine 4er- oder 5er-Kette zum Einsatz kommt, erscheint völlig fehl am Platz, wenn die Mannschaft nicht in der Lage ist, EIER zu zeigen und die teils guten Heimspielauftritte auch mal außerhalb des Wedaustadions zu bestätigen.

Wir reisten ungeachtet der Umstände per WET in die Pfalz. Trotz eines Zugausfalls und einem ziemlich hohen Bullenaufgebot am Bahnhof in Lautern erreichte der 150er Zugmob aus dem Pott den Betzenberg eine gute Stunde vor Anpfiff. Insgesamt bevölkerten etwas mehr als 1.000 Zebras den Gästeblock des Fritz-Walter-Stadions, das mit nur 22.277 Fans gefüllt war. Wenn man bedenkt, dass dieses Spiel vor einigen Jahren vor fast ausverkauftem Publikum stattfand, sagt dies über den momentanen Gemütszustand des Heimvereins einiges aus.
Zum Intro wurde mit einigen Bengalen ordentlich eingeheizt, was den blau-weißen Anhang auch gleich gut in Schwung brachte. In den ersten 20 Minuten hielt sich die akustische Unterstützung auf einem guten Level, ehe der Lärmpegel im weiteren Spielverlauf immer mehr nachließ und aufgrund der sehr schwachen Darbietung auf dem Platz auch nicht wieder auf gescheite Höhen stieß. Irgendwann wird es einfach nur noch anstrengend, eine Mannschaft emotional und ehrlich zu unterstützen, wenn man seit einem halben Jahr auswärts nur Dreck frisst.
Der Heimanhang enttäuschte auf ganzer Linie und konnte nur nach dem Tor zum 1:0 für einige Minuten lautstark im Gästebereich vernommen werden. Da reihte sich das Schmeißen von Steinen am Bahnhof bei unserer Abreise genau in das Bild. Wirklich passiert ist anschließend auch nichts mehr.

Noch ein paar Worte zum tollen Kommentar von MSV-Geschäftsführer Bernd Maas, welcher über Facebook veröffentlicht wurde und den Pyrotechnikeinsatz thematisierte:
Wenn ein paar Fackeln momentan scheinbar das größte Problem des Vereins sein sollen, dann bitten wir doch mal darum, auf die Tabelle zu schauen. Denn DARIN liegt das wahre Sorgenkind des MSV! Auf der einen Seite werden Choreos und gute Stimmung gefeiert, auf der anderen Seite schießt man öffentlich gegen eigene Fans, die allemal wesentlich mehr Einsatz zeigen, als die gesamte Truppe auf dem Rasen! Diese Doppelmoral kotzt einfach nur an. In Zukunft sollte man solche Äußerungen einfach sein lassen und stattdessen auf den internen Draht zur Fanbasis zurückgreifen.