Bericht : SC Paderborn vs MSV (0:0)

Abstiegsduell ohne Sieger

Es war angerichtet. Der Tabellenvorletzte traf auf den Tabellenletzten. Für den MSV die vermutlich letzte Chance, mit einem Sieg nochmal ernsthaft im Kampf um den Klassenerhalt anzugreifen. Die Terminierung an einem Freitagabend war zwar nicht ideal, jedoch sollte die Flutlichtatmosphäre einen Teil zur Spannung beitragen.

Wir fuhren ohne Probleme mit dem Zug nach Paderborn. Einige Autobesatzungen reisten aufgrund des Jobs noch mit dem PKW nach, aber alle erreichten noch vor Anpfiff den Ground. Im Gepäck hatten wir eine kleine Choreo, welche die Bedeutung des Spiels unterstreichen sollte. Mit der schlichten Aussage „Kämpfen bis zum Ende!“ als Motto wurden in 2 Reihen blaue und weiße Folienschals verteilt. Die Aktion gelang zwar gut, jedoch müssen wir uns einen Punktabzug dafür ankreiden lassen, nicht den kompletten Gästeblock mit Schals ausgestattet zu haben.

Die Gastgeber kamen etwas besser in die Begegnung und konnten nach 25 Minuten den Großteil der Tormöglichkeiten für sich verbuchen. In einer wie erwartet sehr zerfahrenen und zweikampfbetonten Partie kamen die Zebras jedoch im weiteren Verlauf immer besser ins Spiel und konnten den Paderbornern Stück für Stück den Schneid abkaufen. Vor allem in Halbzeit 2 drückte der MSV auf das gegnerische Tor, von den Gastgebern waren nur noch wenige Offensivbemühungen zu erkennen. Doch wie so oft fehlte bei uns die nötige Durchschlagskraft. Selbst nach den Einwechslungen von Onuegbu, Klotz und Obinna und dem Platzverweis eines Paderborners wollte das Tor nicht fallen. Im Gegenteil: Nach dem Platzverweis wirkten unsere in grün kickenden Spieler gehemmter als zuvor. In feinster Handball-Manier wurde der Ball um den gegnerischen 16er gespielt, heraus kam ein mageres Schüsschen von Özbek in den Paderborner Abendhimmel. Es ist absolut unbegreiflich, wie man in solch einer ernsten sportlichen Situation so einen uninspirierten Offensivfußball an den Tag legen kann. Nach dem Abpfiff hagelte es BERECHTIGTE Unmutsbekundungen seitens des MSV-Fans gegen die eigene Truppe.

Knapp 1.500 Duisburger befanden sich unter den 10.828 Zuschauern. Im Vorfeld der Partie waren vor allem die aberwitzigen Eintrittspreise ein Thema. 15€ für einen Steher und satte 35€ für einen Sitzplatz in einer Blechschüssel mitten in der Pampa sind schon eine Frechheit. Diese Umstände wurden kurzerhand per Spruchband von uns aufgenommen. Die Stimmung im Gästeblock war durchweg ok, jedoch wäre in manchen Phasen etwas mehr Lautstärke wünschenswert gewesen. Optisch hingegen machte unser Bereich einen sehr guten Eindruck. Gerade auswärts muss man insgesamt festhalten, dass die Auftritte wesentlich mehr zufriedenstellen als im heimischen Wedaustadion. Dort ist momentan wirklich die Luft raus.
Die heimische Kurve konnte in der ersten Hälfte ab und an vernommen werden, in der zweiten Halbzeit vernahm man die gegnerische Kurve nicht mehr. Auffällig war ein Banner mit der Aufschrift „Vorstand raus“, welches auf interne Schwierigkeiten beim Bundesligaabsteiger hinweist.

Fazit des Ganzen: Der MSV hat es mal wieder verkackt. Das rettende Ufer verschwindet immer mehr. Man muss es ganz klar aussprechen: Wir hoffen, dass die sportliche Führung intern ebenfalls an der Kaderzusammenstellung für Liga 3 arbeitet.