Bericht : MSV Duisburg vs RB Leipzig (1:0)

Duisburg steht in der Relegation!

Das erste kleine Wunder wurde am Sonntag, den 15.05.2016 um 17:20 Uhr Ortszeit vollbracht: Der MSV fightet sich vor über 28.000 Zuschauern mit einer unfassbaren Leidenschaft in die Relegation! Wird die Relegation für viele Vereine eher als Bestrafung angesehen, so bedeutet das Erreichen von Platz 16 in unserem Falle nichts anderes als eine nicht mehr für möglich gehaltene Chance, doch noch den Klassenerhalt zu packen. Zwischendurch betrug der Abstand zum rettenden Ufer 11 (!) Punkte, noch vor 6 Wochen gingen mit der Heimspielniederlage gegen Heidenheim im Prinzip die Lichter an der Wedau aus. Glaube, Willenskraft und Teamgeist können eben auch im bezahlten Profifußball noch Berge versetzen.

Am letzten Spieltag der Saison gastierte der frischgebackene Retortenverein aus der Zone bei uns. Nachts zuvor wurden noch diverse Brücken im Stadtgebiet verschönert, leider blieb der Großteil der Nachrichten nicht bis zum nächsten Tag hängen. Für den Spieltag riefen beide Ultràgruppen dafür auf, im Trikot das letzte Saisonspiel zu besuchen. Daran hielten sich auch wirklich viele, leider war aufgrund des eher kalten Wetters noch die eine oder andere Jacke blöderweise über statt unter dem Trikot zu finden. Zum Intro kamen auf der Nord sowie auf der Ost einige Spruchbänder in Richtung des Produkts zum Vorschein, inklusive großem Banner, welches die komplette Nordkurve eindeckte. In den ersten 10 Minuten legte die Wedau gleich gut los. Nach dem Abschütteln der ersten Nervosität fanden die Zebras auch immer besser ins Spiel und nahmen spätestens nach 20 Minuten das Heft in die Hand. Onuegbu hatte in der 28. Minute bereits die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber freistehend vor dem Gäste-Keeper. Die Gäste spielten auch noch ordentlich mit und so entwickelte sich eine ansehnliche Partie. Wie so häufig in dieser Saison ging es mit dem 0:0 in die Kabine. Die gute Halbzeit des MSV kommt ja noch.
Und sie kam tatsächlich. Spätestens ab der 60. Minute war von den Gästen nicht mehr viel zu sehen und der MSV drückte noch mehr aufs Gaspedal. Wie sich am Ende herausstellte, war das auch bitter nötig, denn ein Remis hätte nicht für Platz 16 gereicht. Doch in Minute 75 folgte erneut eines dieser bemerkenswerten Auftritte von Messi Chanturia. Nicht schön, aber mit unheimlich viel Power und technischer Leistung dribbelt sich der Georgier durch die Abwehrreihen der Bullenschweine und versenkt das Runde ins Eckige. Man kann sich nun vorstellen, dass das Wedaustadion einem Tollhaus glich. Menschen lagen sich heulend in den Armen und drehten völlig durch. Man hatte wieder alles selbst in der Hand. Völlig egal was auf den anderen Plätzen passiert. Ab der 76. Minute ging dann das kollektive Zittern los. Zum Glück waren die Angriffsbemühungen der Gäste nicht mehr von allergrößter Gefährlichkeit geprägt, sodass wir noch relativ leichtes Spiel hatten, die knappe Führung über die Zeit zu retten. Der Schlusspfiff ertönt nach einer kurzen Nachspielzeit und es fielen zentnerschwere Lasten von allen Duisburger Fußballseelen ab. Würzburg, wir kommen!!!

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