Bericht: MSV – SC Paderborn (1:0)

Lionel Chanturia Messi erlöst Duisburg und den MSV

Montagsspiel die Zwote. Nach dem emotionalen Aufeinandertreffen auf dem Hamburger Kiez vor einigen Wochen, folgte das bereits zweite beschissene Montagsspiel dieser Saison. Wieder sollte es an Emotionalität und Intensität nicht mangeln, schließlich standen sich zwei Kellerkinder der Liga gegenüber.

Den Umständen entsprechend strömten noch respektable 14.667 Zuschauer ins Wedaustadion. Bis auf die knapp 800 Paderborner sollten diese ihr Kommen erstmalig nicht bereuen. In der ersten Hälfte merkte man beiden Teams an, dass ihr Nervenkostüm schon so einiges mitgemacht hatte. Von präzisem Spielaufbau konnte kaum die Rede sein, doch der Einsatz stimmte auf beiden Seiten. Vor allem unser Team versuchte über die Körpersprache ins Spiel zu finden. Ab der 20. Minute konnten auch die ersten Tormöglichkeiten beider Teams verzeichnet werden, doch bis zur Halbzeit blieb es beim leistungsgerechten 0:0.
In der 2. Hälfte wendete sich das Blatt, da unsere Zebras, vor allem angetrieben durch den Star-Einkauf Obinna, mehrere gute Akzente nach vorne setzten und die Gäste vermehrt unter Druck gerieten. Viele dachten sich in der Zeit: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“ Tja. Der Fußballgott schaute nach langer Zeit mal wieder in Duisburg vorbei und hatte sogar einen Segen für den MSV dabei. In der 81. Minute tankt sich der ebenfalls frisch verpflichtete Chanturia im Stile eines argentinischen Superstars durch die Abwehrreihen der Paderborner, passt auf Onuegbu, dieser legt wieder ab, und Chanturia netzt ein! JAAAAAAAAAA!!! Soooo brutal wichtig. Nun war über 10 Minuten kollektives Zittern angesagt. Die Meidericher Jungs hauten sich fortan wie Geisteskranke in jeden Zweikampf. Überraschenderweise gelang Paderborn nicht ansatzweise eine Schlussoffensive, weshalb in der 93. Minute das nächste JAAAAAAAA nach Schlusspfiff durch die 14.000 Kehlen wehte. Freude, Erleichterung und noch viel mehr war nach dem Abpfiff bei allen Zebras deutlich spürbar.

Zur Stimmung: Der Stimmungsblock legte über die volle Distanz einen guten Tifo an den Tag, leider konnte man in der ersten Hälfte nur selten andere Teile des Stadions mitnehmen. Dies änderte sich nach dem Seitenwechsel, als vor allem zwischen der 50. und 60. Minute eine Phase mit sehr lautem Support folgte. Nach langer Zeit war es wieder da: Dieses Gefühl, durch die Unterstützung der Fans auf den Rängen den Ball irgendwie ins Tor zu schreien und den Dreier zu erzwingen. Das sollte doch für jeden die Bestätigung sein, dass mit einer lauten Kurve mehr zu erreichen ist als mit einer Kurve voller Lethargisten. Trotz des miesen Tabellenplatzes gab es in der Vergangenheit schon insgesamt weitaus schwächere Phasen des Supports an der Wedau.
Die Gäste aus Ostwestfalen zündeten zum Intro passend zu einer kleinen choreografischen Einlage blauen Rauch. In Hälfte eins kann man von einem guten Ultrà-Auftritt sprechen, ehe im weiteren Spielverlauf der 2. Hälfte auch die Bewegung der Sangesfreudigen kontinuierlich nachließ. Vernommen hat man die Gäste ein einziges Mal.