Bericht: MSV vs. Union Berlin (2:1)

Zebras fahren ersten Dreier des Jahres ein

Was war das für eine lange Geburt! Am 12.03.2016 war es endlich mal so weit: Der MSV holt den ersten Dreier im „neuen“ Kalenderjahr! Welchen Wert der Sieg noch für die weitere Saison haben kann, zeigt sich bereits in wenigen Tagen, wenn Duisburg beim Abstiegskonkurrenten Paderborn antritt, um das Unmögliche vielleicht doch noch möglich zu machen.

Am 26. Spieltag gastierten die Eisernen aus Union an der Wedau. Bereits am Treffpunkt merkte man den meisten Leuten an, dass der Glaube an die Rettung gen 0 zeigt. Aber es bringt ja alles nichts. Rein in die Nord und alles geben, was man kann. Bis mathematisch nichts mehr möglich ist.
Zur ersten Hälfte auf dem Rasen braucht mein keine weiteren Worte verlieren, da bis auf ein Kopfball von Bajic an die Latte wenig bis gar nichts Nennenswertes passierte. Rüber in Halbzeit 2.
Da zeigte der Schiri in der 61. Minute aus heiterem Himmel Elfer für Union. „Fletscher“ soll einen Unioner per Foulspiel zu Fall gebracht haben. Als der anschließende Elfer verwandelt wurde, richtete sich ein Jeder der 12.702 Zuschauer bereits auf die nächste Pleite ein. Doch diese machten die Rechnung ohne die Moral der Duisburger auf dem Rasen, die plötzlich aufdrehten und innerhalb von nur 9 Minuten das Ergebnis komplett auf den Kopf stellten:
Erst versenkt Iljutcenko den Ball nach einem Fallrückzieher sehr sehenswert in die Maschen, dann lupft Klotz den Ball lässig über den Union-Keeper vorbei ins Tor. Schwupps stand es 2:1! Konnte man sich über den Ausgleich zunächst nicht so wirklich freuen, wusste man mit dem Führungstreffer schon mehr anzufangen. In der Folge schafften es die Berliner nicht mehr, einen jetzt starken MSV in irgendeiner Weise noch zu gefährden. Der Dreier war nach einer charakterlich wirklich starken Leistung in Halbzeit 2 eingetütet!

Der Stimmungsbarometer im Stadion reihte sich bis zum Ausgleich nahtlos in die Reihe der vergangenen Heimauftritte ein: Nur der Stimmungsblock, der zunächst ein paar Startschwierigkeiten hatte, sorgte für etwas Atmo. Nach dem Ausgleich wachte auch endlich mal wieder der Oberrang auf, sodass bei einigen Liedern eine anständige Lautstärke erreicht wurde. Unter den aktuellen Umständen ist daheim einfach nicht mehr rauszuholen, das muss man sich einfach eingestehen.
Die Gäste aus Köpenick, dessen Ultras wie erwartet per WET anreisten und ihren Sektor, ebenfalls wie erwartet, sehr üppig beflaggten, legten vor allem in der ersten Halbzeit einen guten Tifo an den Tag. Immer wieder konnten die Gäste in der Nord etwas vernommen werden und die Mitmachquote überzeugte ebenfalls. In der 2. Hälfte ließ das Ganze dann unter den Eindrücken der Geschehnisse auf dem Rasen doch ziemlich nach.

Nun heißt es für uns alle: Auf nach Paderborn, den Glauben an das fast Unmögliche nicht verlieren und mit Emotionalität, Ausdauer und Leidenschaft die Zebras anpeitschen!!