Bericht : Würzburger Kickers : MSV Duisburg (2:0)

Zebras stehen im Rückspiel mit dem Rücken zur Wand

Es war also angerichtet: Der MSV trat erstmals nach 1984 wieder in einer Relegation an. Der Gegner aus Würzburg ging mit jeder Menge Euphorie und Selbstvertrauen in das heimische Hinspiel. Mit gerade einmal 25 Gegentoren aus 38 Ligaspielen konnten die Kickers vor allem durch eine mehr als stabile Defensivarbeit auf sich aufmerksam machen. Doch auch unser MSV hatte allen Grund, mit breiter Brust nach Bayern zu fahren. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Relegationstermine standen nicht gerade wenige organisatorische Dinge vor der Partie im Vordergrund. Karten organisiert, Urlaub genommen, Überstunden abgebaut, Krankenscheine eingereicht, und am Ende rollte ein 60er Bus sowie ein weiteres Fahrzeug am Vormittag zum ersten der beiden Relegationsspiele. Tagesschau sei Dank beginnen beide Relegationsspiele zur unfassbar fanfreundlichen Anstoßzeit bereits um 19:10 Uhr. Juhu.

Der Gästeblock war mit 1.700 Zebras rappelvoll. Insgesamt versammelten sich knappe 10.000 Zuschauer im zwar kleinen, aber idyllischen Würzburger Stadion, welches restlos „ausverkauft“ meldete. Es lag eine besondere Atmosphäre in der Luft. Die Heimseite zeigte eine Choreografie über das ganze Stadion verteilt, bestehend aus Fähnchen in Vereinsfarben und Blockfahnen in der Heimkurve. Doch auch der Gästeblock konnte optisch einiges her machen. Eine prima Zaunbeflaggung und eine schöne Pyroshow kurz vor Spielbeginn rundeten den optisch guten Gesamteindruck ab.
Bereits nach 9 Minuten mussten die blau-weißen Anhänger den ersten Schock verdauen: Nach einem ungestümen Einsteigen von Onuegbu im eigenen 16er gab es Elfer für die Gastgeber. Das Schlimmste, was überhaupt hätte passieren können, trat natürlich ein. Der Strafstoß wurde verwandelt und die ohnehin auswärts oft schwachen Zebras mussten fortan gegen eine rote Betonwand anrennen. Erst nach einer halben Stunde kam der MSV zu guten Möglichkeiten. Iljutcenkos Abschlüsse sowie Wolzes Schuss an den Pfosten hätten durchaus den Ausgleich bedeuten können. Doch es blieb nach 45 Minuten beim 0:1.
In der 2. Halbzeit trauten die Meisten der Mitgereisten Ruhrpottkanaken ihren Augen nicht: Der MSV fand überhaupt nicht mehr statt. Wir vermuten, in der Kabine wurden Wetten abgeschlossen, wie oft es ein Spieler schafft, sinnlose hohe Bälle direkt in die Abwehrreihe des Gegners zu spielen. Am Ende konnte wohl Bajic als Sieger hervorgehen. Es war schlichtweg nicht mit anzusehen, wie verzweifelt Meiderich zu Werke ging. Das erinnerte stark an den Fußball von August 2015 – März 2016. Ein derber Rückfall in alte Zeiten. In Minute 79 konnte Würzburg sogar auf 2:0 erhöhen. Bei diesem Ergebnis blieb es bekanntermaßen auch. Fassungslos begab man sich anschließend auf die mehrstündige Rückfahrt.

Die Stimmung im Gästeblock konnte nur in wenigen Phasen überzeugen. Zu oft hemmten Koordinierungsschwierigkeiten und das üble Gebolze auf dem Rasen die Zebras auf den Rängen. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass ganz Duisburg noch nicht so wirklich in dieser Relegation angekommen ist. Die Heimkurve konnte ab und an auf sich aufmerksam machen und feierte nach dem 2:0 logischerweise ausgelassen den Hinspielerfolg.
Auch wenn die Lage jetzt sehr ernst aussieht, es gibt noch dieses eine Rückspiel. Es ist nun unsere verdammte Aufgabe, am Dienstag ab 19:10 Uhr alles Erdenkliche aus uns rauszuholen. Wir waren in dieser Saison schon mehrfach klinisch Tod und sind trotzdem immer wieder aufgestanden. Rumheulen bringt nix – Gerade machen ist angesagt! Auf der Nord, auf der Ost, auf der West, und im Oberrang der Süd. KÄMPFEN bis zum ENDE!

 

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